Linfield F.C.
2 - 0
Glentoran F.C.
9. April 2011
Samstag, 16:00 Uhr GMT
Irish Cup, Halbfinale
(Pokal Nordirland)

8.000 Zuschauer (geschätzt)
(3.000 Gäste)

Windsor Park (20.332)
Donegall Avenue
Belfast, BT12 6LW
Vereinigtes Königreich (Nordirland)
Auf dem Weg zum Busbahnhof schauten wir uns noch den Dalymount Park an und mussten dort mit großem Entsetzen feststellen dass das Spiel der Bohemians-Reserve nicht wie im Internet angegeben morgen, sondern bereits heute Mittag stattfinden würde. F...k! Ein total genialer Ground, und wir konnten ihn lediglich ablichten, nicht jedoch mit einem Fußballspiel besuchen. Heute hatten wir keine Zeit mehr, denn bereits am Morgen war die Busfahrt nach Belfast geplant. Nach Zweiandhalb Stunden erreichten wir dann die nordirische Hauptstadt. Nordirland ist bekanntlich kein eigenständiger Staat, sondern ein Teil des Vereinigten Königreiches der Insel Großbrittanien sowie eben Nordirland. Die Teilung Irlands in die Republik Irland und Nordirland fand im Jahr 1921 statt.

Nach dem Bezug unseres Hotels in der nahe der Partymeile Botanic Avenue machten wir uns zu Fuß auf dem Weg zum 20.000 Zuschauer fassenden Nationalstadion, dem Windsor Park. Wir hatten uns vorab Karten bestellt. Das wäre gar nicht nötig gewesen, da heute nicht mal die Hälfte des Stadions bei diesem Pokalhalbfinale zwischen den beiden Belfaster Stadtrivalen Linfield und Glentoran gefüllt war. Jedenfalls hatten wir den Eindruck dass hier wohl nicht oft Karten vorbestellt wurden, so wurden wir von einem Eingang zum nächsten geschickt und wir liefen letztlich einem Vereinsangehörigen auf der Suche unserer Tickets von einer Stelle zur anderen im Gänsemarsch hinterher. Dann endlich hielten wir die begehrten Tickets endlich in unseren Händen um sie kurz darauf beim betreten der Tribüne wieder abgeben zu müssen. Wollte man sich allerdings etwas zu Essen holen, bekam man ein Ticket wieder. Ich entschied mich dabei für Cheesy Chips und aß dabei die vielleicht leckersten Pommes meines Lebens! Mmmh! Echt klasse, diese frischen breiten Kartoffelstäbe mit Raspelkäse. Dass man sogar Cola-Glasflaschen mit auf die Tribüne nehmen kann ist auch eine Tatsache, welche man sonst bei Spielen dieser Kategorie nur sehr selten hat. Der Windsor Park jedenfalls kann absolut gefallen! Drei Seiten bieten überdachte Sitztribünen. Die vierte Seite bleibt völlig ohne Ausbau, die dortigen alten Stehränge bleiben gesperrt. Auf dem Spiel entwickelte sich ein gutes aber einseitiges Spiel, welches der Gastgeber und 50-fache Landesmeister sowie 39-fache Pokalsieger Linfield F.C. mit 2-0 für sich entscheiden konnte. Der Club wurde übrigens 1886 gegründet und spielt seit 1890 ununterbrochen in der ersten Spielklasse seines Landes (bis 1921 in Gesamtirland, danach in der nordirischen Eliteklasse der "Irish League"). Eine Wahnsinnsbilanz! Der Stadtrivale Glentoran hingegen brachte es "lediglich" auf 24 Meisterschaften und 20 Pokalsiege. Die Stimmung auf den Rängen war gut. Immer wieder gab es von beiden Seiten lautstarke Gesänge. Die Gästefans, welche komplett auf der Gegentribüne untergebracht wurden, ließen sogar zu Spielbeginn grüne Farbtöpfe zum Einsatz kommen und es wurde rauchendes Material auf dem Spielfeld entsorgt. Die Abneigung gegenüber den anderem Verein war auf den Rängen klar zu spüren, ganz so wie es sich bei einem anständigen Derby gehört! Unterm Strich ein lohnenswerter Kick und ein netter 33. Länderpunkt, auch wenn man sich im Verlauf des restlichen Tages eingestehen musste, dass die Stadt Belfast einfach nicht so viel zu bieten hat wie Dublin und daher tief im Schatten der irischen Hauptstadt steht.

Der Abend wurde traditionell im Pub beendet, ehe es am nächsten Vormittag zurück nach Dublin ging. Hier stand dann noch die Frage im Raum welches Spiel es denn heute überhaupt geben sollte, denn immerhin wurden gestern die Planungen über den Haufen geworfen in dem man feststellte dass rein gar kein erreichbares Spiel in der 3. Liga stattfindet und in den ersten beiden Ligen schon mal überhaupt nicht. Die Überlegungen ob man sich ein unterklassiges Spiel auf irgendeinem Stückchen Rasen angucken wolle wurden dann irgendwann zugunsten einer ausführlichen Stadtbesichtigung über den Haufen geworfen. Letztlich eine sinnvolle Entscheidung, immerhin bietet Dublin ein schönes Zentrum (welches auch Sonntags geöffnet hat und voller Leben steckt) sowie zahlreiche sehenswerte Kirchen und Kathedralen. Wir besuchten das Avira-Stadion sowie den Hafen und schauten uns später in einem Pub neben ein paar St. Pauli-Kutten noch ein wenig die Bundesliga an. Wir kehrten noch in einer kleinen Imbissbude ein. Ich entschied mich dabei für Cheesy Curry Chips und aß dabei die vielleicht widerlichsten Pommes meines Lebens! Baaah! Echt ekelig, diese alte schmierige und ungeniessbare Pampe. Am Abend machten wir uns bereits auf dem Weg zum Flughafen, denn ein Hotel hätte sich nicht mehr gelohnt, da der Flieger bereits am frühen Montagmorgen abheben sollte. Der Flughafen in Dublin ist sehr modern, bietet allerhand verschiedener Sitz- und Liegemöglichkeiten und sogar einen 24 Stunden McDonalds. So war es kein Problem noch ein paar Stunden zu überbrücken. Über Eindhoven brachte uns die Niederländische Staatsbahn sowie die Deutsche Bahn wieder nach Hause. Nun fehlen mir in der Ecke dort immer noch Wales und Schottland, aber auch diese Länderpunkte werden sicherlich in nicht allzu weiter Ferne noch fallen.
 


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