Auf dem Weg zum
Busbahnhof schauten wir uns noch den
Dalymount
Park an und mussten dort mit großem Entsetzen feststellen
dass das Spiel der Bohemians-Reserve nicht wie im Internet angegeben
morgen, sondern bereits heute Mittag stattfinden würde. F...k! Ein
total genialer Ground, und wir konnten ihn lediglich ablichten, nicht
jedoch mit einem Fußballspiel besuchen. Heute hatten wir keine
Zeit mehr, denn bereits am Morgen war die Busfahrt nach Belfast
geplant. Nach Zweiandhalb Stunden erreichten wir dann die nordirische
Hauptstadt. Nordirland ist bekanntlich kein eigenständiger Staat,
sondern ein Teil des Vereinigten Königreiches der Insel
Großbrittanien sowie eben Nordirland. Die Teilung Irlands in die
Republik Irland und Nordirland fand im Jahr 1921 statt.
Nach dem Bezug unseres Hotels in der nahe der Partymeile Botanic Avenue
machten wir uns zu Fuß auf dem Weg zum 20.000 Zuschauer fassenden
Nationalstadion, dem Windsor Park. Wir hatten uns vorab Karten
bestellt. Das wäre gar nicht nötig gewesen, da heute nicht
mal die Hälfte des Stadions bei diesem Pokalhalbfinale zwischen
den beiden Belfaster Stadtrivalen Linfield und Glentoran gefüllt
war. Jedenfalls hatten wir den Eindruck dass hier wohl nicht oft Karten
vorbestellt wurden, so wurden wir von einem Eingang zum nächsten
geschickt und wir liefen letztlich einem Vereinsangehörigen auf
der Suche unserer Tickets von einer Stelle zur anderen im
Gänsemarsch hinterher. Dann endlich hielten wir die begehrten
Tickets endlich in unseren Händen um sie kurz darauf beim betreten
der Tribüne wieder abgeben zu müssen. Wollte man sich
allerdings etwas zu Essen holen, bekam man ein Ticket wieder. Ich
entschied mich dabei für Cheesy Chips und aß dabei die
vielleicht leckersten Pommes meines Lebens! Mmmh! Echt klasse, diese
frischen breiten Kartoffelstäbe mit Raspelkäse. Dass man
sogar Cola-Glasflaschen mit auf die Tribüne nehmen kann ist auch
eine Tatsache, welche man sonst bei Spielen dieser Kategorie nur sehr
selten hat. Der Windsor Park jedenfalls kann absolut gefallen! Drei
Seiten bieten überdachte Sitztribünen. Die vierte Seite
bleibt völlig ohne Ausbau, die dortigen alten Stehränge
bleiben gesperrt. Auf dem Spiel entwickelte sich ein gutes aber
einseitiges Spiel, welches der Gastgeber und 50-fache Landesmeister
sowie 39-fache Pokalsieger Linfield F.C. mit 2-0 für sich
entscheiden konnte. Der Club wurde übrigens 1886 gegründet
und spielt seit 1890 ununterbrochen in der ersten Spielklasse seines
Landes (bis 1921 in Gesamtirland, danach in der nordirischen
Eliteklasse der "Irish League"). Eine Wahnsinnsbilanz! Der Stadtrivale
Glentoran hingegen brachte es "lediglich" auf 24 Meisterschaften und 20
Pokalsiege. Die Stimmung auf den Rängen war gut. Immer wieder gab
es von beiden Seiten lautstarke Gesänge. Die Gästefans,
welche komplett auf der Gegentribüne untergebracht wurden,
ließen sogar zu Spielbeginn grüne Farbtöpfe zum Einsatz
kommen und es wurde rauchendes Material auf dem Spielfeld entsorgt. Die
Abneigung gegenüber den anderem Verein war auf den Rängen
klar zu spüren, ganz so wie es sich bei einem anständigen
Derby gehört! Unterm Strich ein lohnenswerter Kick und ein netter
33. Länderpunkt, auch wenn man sich im Verlauf des restlichen
Tages eingestehen musste, dass die Stadt Belfast einfach nicht so viel
zu bieten hat wie Dublin und daher tief im Schatten der irischen
Hauptstadt steht.
Der Abend wurde traditionell im Pub beendet, ehe es am nächsten
Vormittag zurück nach Dublin ging. Hier stand dann noch die Frage
im Raum welches Spiel es denn heute überhaupt geben sollte, denn
immerhin wurden gestern die Planungen über den Haufen geworfen in
dem man feststellte dass rein gar kein erreichbares Spiel in der 3.
Liga stattfindet und in den ersten beiden Ligen schon mal
überhaupt nicht. Die Überlegungen ob man sich ein
unterklassiges Spiel auf irgendeinem Stückchen Rasen angucken
wolle wurden dann irgendwann zugunsten einer ausführlichen
Stadtbesichtigung über den Haufen geworfen. Letztlich eine
sinnvolle Entscheidung, immerhin bietet Dublin ein schönes Zentrum
(welches auch Sonntags geöffnet hat und voller Leben steckt) sowie
zahlreiche sehenswerte Kirchen und Kathedralen. Wir besuchten das
Avira-Stadion sowie den Hafen und
schauten uns später in einem Pub neben ein paar St. Pauli-Kutten
noch ein wenig die Bundesliga an.
Wir kehrten noch in einer kleinen Imbissbude ein. Ich entschied mich
dabei für Cheesy Curry Chips und aß dabei die
vielleicht widerlichsten Pommes meines Lebens! Baaah! Echt ekelig,
diese alte schmierige und ungeniessbare Pampe. Am Abend machten wir uns
bereits auf dem Weg zum Flughafen, denn ein Hotel hätte sich nicht
mehr gelohnt, da der Flieger bereits am frühen Montagmorgen
abheben sollte. Der Flughafen in Dublin ist sehr modern, bietet
allerhand verschiedener Sitz- und Liegemöglichkeiten und sogar
einen 24 Stunden McDonalds. So war es kein Problem noch ein paar
Stunden zu überbrücken. Über Eindhoven brachte uns die
Niederländische Staatsbahn sowie die Deutsche Bahn wieder nach
Hause. Nun fehlen mir in der Ecke dort immer noch Wales und Schottland,
aber auch diese Länderpunkte werden sicherlich in nicht allzu
weiter Ferne noch fallen.