Nachdem vor einem halben
Jahr bereits die Länderpunkte
Lettland und Litauen
eingefahren werden konnten, sollte an diesem Wochenende mit Estland das
dritte und letzte Land des Baltikums besucht werden. Onkel Ryan hatte
da mal wieder das passende Angebot parat,
und so lag der Hin- und Rückflug bei schlappen 28 €. Das Angebot
wollte sich auch
emkal nicht
entgehen lassen, und so traf man sich am Freitagvormittag am
Fahrradstädter Hauptbahnhof zur Fahrt mit dem Niedersachsenticket
in Richtung Hamburg. Dort sollte es am Abend noch einen Kick in der
Hamburg-Liga geben, bevor dann der Flughafen in Bremen anvisiert werden
sollte. Blöd nur dass aufgrund eines Streiks heute keine direkten
Regionalzüge mehr zwischen Bremen und Hamburg fahren sollten und
man eine Fahrt mit dem InterCity hätte teuer bezahlen müssen.
Na super! Bremen bot nicht allzu viele Alternativen, man versuchte zwar
sein Glück bei den A-Junioren-Spielen vom FC Burg und Germania
Blumenthal (wo zumindest auf emkal ein neuer Ground wartete), zog aber
beide Male den Nebenplatzzonk. Beim letzteren harrten wir noch ein
wenig aus, schließlich war noch genügend Zeit bis zum Abflug
am Samstagmorgen zu überbrücken. Rechtzeitung vor
Schließung des Flughafens zwischen 0 und 3 Uhr ließen wir
uns im Terminal einschließen um zumindest noch ein wenig die
Augen schließen zu können. Am Samstagvormittag erreichten
wir dann die estnische Hauptstadt Tallinn, welche Gerüchten zur
Folge im deutschsprachigen Raum auch unter dem Namen "Reval" bekannt
sein soll. Die "Kulturhauptstadt 2011" liegt direkt
an der Ostsee und bietet eine sehr schöne
historische Altstadt. Sollte
man gesehen haben! Wettertechnisch war es doch eher ein
Rückschritt, denn während man in der Heimat bei 25 Grad in
der Sonne brutzelte, schmolzen hier bei nur wenigen Graden über
Null die riesigen Schneeberge. Aber man kann ja nicht alles haben. Wir
steuerten vor dem ersten Spiel noch kurz unsere vorab gebuchte
Unterkunft "Hotel Kelluka" an, welches zwar ziemlich außerhalb
liegt, aber zumindest im Preis punkten konnte. Ein 72-Stunden-Ticket
für alle Nahverkehrsmittel der Stadt gibt es übrigens
für den fairen Preis von 7,35 € (zu bekommen unter anderem im
Flughafen-Kiosk). Der Euro wurde in Estland erst vor drei Monaten
eingeführt, es löste die estnische Krone ab. Nach wenigen
Minuten Busfahrt erreichten wir die Haltestelle "Saare" und somit den
Maajamäe Komplex, in dem heute unser Länderpunkt fallen
sollte. Das Spiel zwischen dem Tallinna FC Levadia (1998 als Levadia
Marduu gegründet und seitdem sieben Meisterschaften und sechs
Pokalsiege, 2004 Umbenennung) und dem Gast aus dem Vorortclub
Nõmme JK Kalju wurde wie in den Wintermonaten üblich auf
dem Kunstrasenplatz angepfiffen. Einziger Ausbau ist hier eine kleine
unüberdachte
Stahlrohrtribüne mit Sitzbänken. Zwar wird diese von zwei
weiteren Tribünen dieser Art flankiert, doch die dienen lediglich
dem angrenzenden Rasenplatz.
Sporadisch gab es während des Spiels ein paar
Anfeuerungsrufe einiger Heim- und Gästefans. Ansonsten lief das
Spiel vor den Augen der 220 Zuschauer so dahin und endete mit einem 1-3
Auswärtserfolg. Ich schnackte noch kurz mit einem
Fußballinteressierten aus der Nähe von Frankfurt und hetzte
mit dem Abpfiff zur Bushaltestelle um pünktlich zum nächsten
Spiel zu gelangen.