FC Sportul Studenţesc
2 - 0
CFM Universitatea Cluj
7. November 2010
Sonntag, 13:00 Uhr OEZ
Liga I
(1. Liga Rumänien)
500 Zuschauer
(26 Gäste)
Stadionul Regie (12.000)
Strada Larisa 12
060215 Bucureşti 6
Rumänien (
Judet Bucureşti)
Die Spielpläne für den heutigen Sonntag waren aus meiner Sicht alles andere als zufriedenstellend. Sportul besuchte ich bereits 2006 schon einmal, CFR Cluj ebenso, den Ritt zum Zweitligaspiel nach Siebenbürgen wollte ich mir nicht antun und die A-Jugend konnte auch nicht so ganz motivieren. So entschloss ich mich letztlich dafür Michael und Sjoerd anzuschließen um ein zweites Mal im Stadionul Regie aufzuschlagen. Zunächst aber hatten Michael und ich noch etwas Sightseeing auf dem Programm. So ging es zunächst zum Parlamentspalast, dem größten Gebäude Europas und nach dem Pentagon das zweitgrößte Regierungsgebäude der Welt. Der Palast wurde in den 80er Jahren im völligen Größenwahn des 1989 gestürzten Diktators Nicolae Ceausescu erbaut. Im Rahmen der rumänischen Revolution wurde Ceausescu jedoch am 25. Dezember 1989 hingerichtet und der Sozialismus wich der Demokratie. Ganz in der Nähe des Palastes ist das Cotroceni-Stadion zu finden, welches ich ebenfalls damals schon einmal mit einem Spiel besuchte. Wir wollten das Stadion ablichten, aber das ist in Ländern die diesem ja nicht immer ganz so einfach. Mittlerweile spielt niemand mehr in diesem Stadion. FC Național-Nachfolger Progresul kickt nur noch in der vierten Liga und hat seinen Spielort aufgrund der hohen Unterhaltskosten verlegt. Vor dem Stadion saßen zwei von diesen Wachmännern, dessen Lebensaufgabe darin besteht Tag und Nacht ein leeres Stadion vor deutschen Groundhoppern, die ein paar Fotos machen wollen, zu beschützen. Ein paar Schnappschüsse wurden uns also nicht ermöglicht, da das Stadion der Bank gehöre und es doch schließlich kein Museum sein würde! Geilomat!

Noch ein paar Kilometer Fußweg mehr auf dem Tacho und wir erreichten das Stadion im Studentenviertel Regie, wo wir dann auch Sjoerd wiedertrafen. Im Gegensatz zu damals wird hier mittlerweile Eintritt erhoben, mit 15 Lei (3,50 €) waren wir dabei. Am Stadion hat sich seit meinem letzten Besuch nichts getan, hier werden wie gehabt 12.000 weiße Sitzschalen geboten, wovon lediglich ein kleiner Bruchteil überdacht ist. Die Studenten schmetterten ein paar Schlachtrufe auf Spielfeld, ebenso die Klausenburger im Gästeblock, welche immer wieder mit einem "U Cluj-Napoca" auf sich aufmerksam machten. Da auch auf dem Spielfeld kaum etwas fürs Auge geboten wurde, kann der Spielbesuch durchaus in die Kategorie "sinnlos" geschoben werden. Nach dem Spiel gab es noch kurzes Shake Hands mit drei Hoppern aus Braunschweig ehe Michael, Sjoerd und ich den Fußweg zum Gara de Nord antraten. Unter einer Brücke in der Nähe der Bahnanlage schien es dann plötzlich um uns geschehen! Hier lauerte eine Gruppe von 15-20 Gestalten, welche unübersehbar mit Schlagstöcken und Brettern hantierten und ihre Augen einzig und alleine auf uns drei gerichtet hatten! Ein Teil lief uns nun plötzlich hinterher und in meinem Gehirn geisterten nur noch zwei Wörter rum, sie lauteten: "Ohhhhh fuuuuuck!" Sie schienen uns zunächst für Leute aus Cluj gehalten zu haben, zumindest war dieses Wort zu hören. Als sie dann direkt hinter uns waren blieben sowohl sie als auch wir direkt voreinander stehen und wir blickten uns an. Sie erkannten dass wir keine Cluj-Leute waren, aber plötzlich war etwas ganz anderes das Problem! Michael (nicht Sjoerd) hatte ein NEC Nijmegen-Cappy auf! Nun waren diese Gestalten aber Rapid-Leute (wir befanden uns in der Nähe von Giuleşti im Rapid-Territorium) und Nijmegen hatte sich im Rahmen eines Europapokalspiels vor zwei Jahren auf die Seite von Steaua gestellt um Pokalgegner Dinamo anzugreifen. Und wer sich mit Steaua anfreundet gilt als Feind von Rapid. Die Jungs redeten auf rumänisch auf uns ein, doch dann wurde Michael klar wo nun das Problem sei. Er klärte auf dass er kein NECer sei und wir alle am nächsten Tag Karten für das Spiel von Rapid hätten und dem Team die Daumen drücken würden. Nun verschwand urplötzlich das knistern aus der Luft und die Jungs wurden von einer auf die andere Sekunde super nett. Sie entschuldigten sich mehrmals per Handschlag bei uns, dass sie uns solche Angst eingejagt hatten und wünschten uns alles Gute! Na holla! Unfassbar! Ich musste Michael nun versprechen ihn morgen dran denken zu helfen dass er das Cappy während des Derbys besser im Hostel lassen sollte. Mach ich doch gerne!

Heute früh stellte sich die Frage wie die Zeit nach dem Spiel denn so ausschauen könnte. Eigentlich eher scherzhaft meinte ich zu Michael dass ein Eishockeyspiel heute Abend doch perfekt sein würde. Kurzer Blick ins Internet und siehe da: Um 19 Uhr sollte der 40-fache rumänische Rekordmeister Steaua Rangers auf den Vize-Rekordmeister SC Miercurea Ciuc (ungarisch: Csíkszereda SC) treffen! Oh, nich übel, das machen wir doch mal! Wir kehrten noch zum Essen bei "Ali Baba" ein, ehe es zur Eissporthalle "Patinoarul Mihai Flamaropol" ging. Bei freiem Eintritt fanden gut 300 Zuschauer den Weg in die heruntergekommene alte Halle mit ihren knapp 3.000 Sitzplätzen. Das Spiel ging mit 2-7 klar an den Gast aus
Miercurea Ciuc, einer Stadt in Siebenbürgen in der zu 80% ungarisch sprechende Szekler wohnen. Auch einige Steaua-Supporter waren vor Ort um ihr Team zu unterstützen. Den Abend ließen wir dann mit ein paar Bierchen in der Altstadt ausklingen.



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