FC Zürich
2 - 0
Grasshopper Club Zürich
25. Juli 2010
Sonntag, 16:00 Uhr
Super League
(1. Liga)
15.800 Zuschauer
(2.000 Gäste)
Stadion Letzigrund (25.000)
Herdernstrasse 47
8004 Zürich
Schweiz (Kanton Zürich)
Am frühen morgen erreichte ich Basel. Ab hier hatte ich vorab im Internet einen Sparpreis der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) gebucht, welcher mich für 31 CHF (ca. 23 €) nach Zürich und zurück bringen sollte. Ich hatte nun noch ein paar Stunden Zeit um mir die bisher fremde 380.000 Einwohner-Stadt einmal von näheren anzuschauen. Auf dem ersten Blick nichts dolles, dann aber entdeckte ich mit dem Zürichsee und seiner Umgebung eine wirklich nette Ecke. Hier war auch aufgrund eines Marathonlaufs und Radrennens einiges an Menschenvolk unterwegs. Ich verlor mich total in der Zeit so dass ich meinen Plan den Letzigrund (wo heute das 221. Zürcher Derby stattfinden sollte) zu Fuß anzusteuern verwerfen musste. So musste die Straßenbahn herhalten zu dem Stadion zu bringen in dem beide Zürcher Vereine beheimatet sind. Das alte Stadion Letzigrund wurde 1925 gebaut, allerdings 2006 abgerissen. An seiner Stelle entstand 2007 dieser Neubau, bestehend aus einem weitläufigen Leichtathletikoval mit 25.000 Sitzschalen, einem scheinbar freischwebenden Dach und zahlreichen aufragenden Flutlichtern. Diese Kombination führte dazu dass das Stadion bei seiner Entstehung den Beinamen "Geburtstagstorte" einbrachte. Der zwölffache Meister FCZ empfing nun also den 27-fachen Meister GC Zürich. Der Gastgeber hatte die Gäste um Cheftrainer Ciricao Sforza erstaunlich gut im Griff und konnte das Spiel völlig verdient für sich entscheiden. Wie auf dem Spielfeld, gewannen die FCZ'er auch auf den Rängen. Zunächst präsentierte die Zürcher Südkurve eine originelle Choreo mit dem Titel "D' Sägel sind gesetzt". Hierbei ragte ein gebasteltes Boot aus der Kurve heraus in denen einige Persönlichkeiten des Vereins als Piraten auftraten. Die Kurve im Hintergrund wurde mit blauen Folien ausgestattet, welche hierbei das Meer darstellten. Immer wieder gab es hier lautstarke Gesänge zu hören. So richtig interessant wurde es dann noch einmal als auch Pyro zum Einsatz kam. Die Bengalen welche von farbigen Rauch unterlegt wurden gaben schon ein recht nettes Bild ab! Enttäuschend war die Vorstellung der Auswärtsfans. Ein-zwei mal wurde es im Gästeblock so richtig laut. Aber sonst? Sonst blieb kaum etwas in Gedächnis an die Kurve der Grasshoppers. Es war einfach eines Derbys nicht würdig. Vielleicht aber waren meine Erwartungen an dieses Spiel auch einfach zu hoch. Viel früher als erwartet erreichte ich nach Spielende wieder den Hauptbahnhof, blöd nur dass ich mich bei dem Sparpreis auf einen bestimmten Zug festlegten musste. Allerdings hätte mich ein früherer Zug nach Basel glatte drei Stunden früher Zuhause ankommen lassen. Nun gut, ich konnte einfach nicht widerstehen und bestieg den Zug. Der Schaffner würde schon mit sich reden lassen, falls man ihn nicht gerade umgehen könnte, notfalls würde ich halt etwas draufzahlen. Tja, dieser Gedanke war ein großer Fehler! Plötzlich (und alleine das ist schon ein Mysterium, sonst sind die Schweizer doch auch nicht so schnell) hatte ich gleich zwei SBB-Schaffner vor mir stehen und beide waren mit meinem vorgelegten Ticket alles andere als zufrieden. Alles lamentieren half nichts und auch mein "Ja äääh, dann steig ich halt nächste Station wieder aus!" brachte nichts, denn es gab keinen einzigen Halt zwischen Zürich und Basel. Es folgte ein Satz welcher mal so gaaar nicht nach meinem Geschmack war: "Das macht dann also 41 CHF!". Mittlerweile kochte es in mir und ich hätte die beiden Schaffner am liebsten aus dem fahrrenden Zug gestoßen, aber wer weiß ob das dann nicht noch schwerwiegendere Folgen für mich gehabt hätte. Ich zückte meine Kreditkarte, biss in den sauren Apfel, war letztlich aber froh völlig fertig und übermüdet bereits um 4:30 Uhr mein eigenes Bett wiederzuhaben.



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