SpVgg Bayern Hof
1 - 1
1. FC Schweinfurt
24. Juli 2010
Samstag, 18:00 Uhr
Bayernliga
(5. Liga)
2.200 Zuschauer
(200 Gäste)
Stadion Grüne Au (20.000)
Oelsnitzer Straße 101
95028 Hof
Bayern
30 Minuten Regionalexpress trennen das sächsische Plauen vom bayrischen Hof. Welch "Glück" wir doch hatten, gerade begann hier im Zug vor großem Publikum die Aufführung der ultimativen Freak-Show, bestehend aus zwei Jungs von wahrscheinlich 17-18 Jahren in extrateuren Markenklamotten sowie einem Typen mittleren Alters, welcher eine Kombi aus Alfred E. Neumann, Barney Geröllheimer und Puck die Stubenfliege darstellte. Nur so viel, das laute Reden und Rumgetue endete mit einem gemeinsamen Besuch der drei auf der Toilette! *hust* In Hof angekommen wurden Jörg und ich auf dem Weg zum Stadion freundlich von einigen Jungs aus Schweinfurt begrüßt: "Ey ihr Affen, seids Hofer?", "Nö, Groundhopper!". Noch einmal wurden wir kritisch beäugelt, bevor wir dann langsam aber sicher aus dem Visier der netten Kompanen, welche wohl auf der Suche nach Heimfans waren um Freundschaftsbänder auszutauschen, verschwinden konnten. Überhaupt, es war ganz schön was los hier! 2.200 sollten an diesem Samstagabend das Eröffnungsspiel der diesjährigen Bayernligasaison miterleben. Immerhin trafen hier zwei Traditionsvereine aufeinander. Die Heimmannschaft trat 1974-78 als FC Bayern Hof in der 2. Bundesliga an. 2005 fusionierte man mit der SpVgg Hof zur SpVgg Bayern Hof. Dem Gast aus dem 150 km entfernten Schweinfurt ist nach einem Jahr Abstinenz die sofortige Rückkehr in die Bayernliga geglückt. 1974-76, 1990/91 und sogar noch einmal 2001/02 spielten die Unterfranken in der 2. Bundesliga. Die Schweinfurter verfügen immer noch über eine aktive Fanszene. Heute wurden neben mehreren Zaunfahnen auch ein "Gegen Repressionen - Pro Fankultur" in den Mittelpunkt gestellt und das ganze mit grün-weißen Fähnchen garniert. Zunächst war es hier ruhig, aber später gab es dann immer mal wieder Gesänge. Es schien als wurde zu Spielbeginn boykottiert, denn zahlreiche Schweinfurter erhielten für dieses Spiel Stadionverbot. Seitens der Hofer gab es keine ernstzunehmenden Gesänge. Ihnen wurde eine schriftlich genehmigte Pyrojubiläumsaktion wenige Tage vorher wieder verboten, so dass die Motivation der heimischen Fanszene an diesem Tage gehörig in den Keller ging. Schade! So richtig gefallen konnte an diesem Abend also weder die Stimmung noch das Spiel (Schweinfurt ging nach gut 70 Minuten in Führung und Hof gelang kurz vor Schluss der Ausgleich), dafür aber umso mehr das Stadion! Die Grüne Au ist ein reines Fußballstadion ohne Laufbahn aus dem Jahre 1931, welches an drei Seiten von Erdwällen umgeben ist auf denen zahlreiche alte Stehplatzränge sowie zwei kleinere überdachte Sitztribünen zu finden sind. Die Gegengerade ist ebenfalls mit einer Sitztribüne bestückt, diese Holztribüne bietet auf ihren Bänken gut 1.300 Zuschauern Platz. In diesem Stadion spürt man förmlich noch die Geschichte! Nachdem ich noch Bekanntschaft mit Dennis aus Bielefeld machte, den ich einige Tage später bei einem Spiel noch mal wiedertreffen sollte, verabschiedete ich mich von ihm und Jörg um mich in der Nacht alleine auf den Weg zum Zürcher Derby zu machen.



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