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Unfassbar!!!
Vielleicht wäre eine knappe Niederlage in Oldenburg ja sogar zu
verschmerzen gewesen, immerhin rangiert der VfB recht weit oben in der
Tabelle, während Meppen große Mühe hat sich einen Platz
auf den Relegationsrängen zu sichern. Aber das was sich da heute
abgespielt hat ist einfach unbegreiflich. Doch eins nach dem anderen.
Mit dem Zug machte sich der überwiegende Teil der Fans auf den Weg
in die Huntestadt. Vor Ort hieß es dann "The same procedure as
every year", bestehend aus dem Empfang von zwei Hundertschaften, der
Gefahrenansprache vor dem Hauptbahnhof und dem Fußweg zum
Marschweg inklusive freundlichem Zuwinken mit den VfBlern auf dem Weg
dorthin. Soweit also alles wie immer, lässt man mal die heute nur
sehr geringe Zahl der mitreisenden Gäste aussen vor. Im
Gästeblock konnten dann etwas mehr als 200 gezählt werden
(darunter 9xFlensburg, 8xVeendam und Emden). Hier gab es zu Spielbeginn
eine kleine Choreo in Form von Folienbahnen in verschiedenen Farben,
welche sich von oben bis unten durch den Block zogen sowie blauen und
weißen Fähnchen. Dazu sollte ein Spruchband präsentiert
werden, wobei dies sogar im Vorfeld vom VfB genehmigt wurde. Eine
Minute durfte das Spruchband laut Sicherheitsorganen hängen, aber
das sollte ja auch reichen. Nun aber kam der ganz große Auftritt
der Ordner vor dem Block, welche dieses Spruchband noch kurz vor dem
Ausrollen herunterrissen und somit das Komplettbild zerstörten.
Wirklich eine sehr heldenhafte Aktion, liebe Ghetto-Kids-Ordner!
Deeskalation sieht völlig anders aus, aber sowas lernt man ja
nicht auf der Sonderschule! Oldenburg präsentierte zur gleichen
Zeit eine Choreo mit der Überschrift "Wer keinen Mut zum
träumen hat, hat keine Kraft zum kämpfen". Hierbei wurden vor
dem himmelblauen Hintergrund mehrere Wolken gezeigt mit Aufschriften
wie "Eine freie Fankultur", "Das Ende des modernen Fußballs",
"Dieses Jahr den Aufstieg" oder "Legalize Pyro" und im vorderen Bereich
mit nach oben gezeigenden gezeichneten Fans abgerundet. In meinen Augen
die kreativste und gelungenste Choreo der Oldenburger gegen uns in den
letzten Jahren. Vom kurzzeitigen eigenen Standpunkt der
Haupttribüne konnte ich mir einen neutralen Eindruck über die
beiden Fangruppen verschaffen. Meppen war in der Anfangsphase lauter
und wäre auch wohl nach 90 Minuten in Sachen Stimmung als Sieger
von den Rängen gegangen, wenn doch nur dieses Spiel nicht gewesen
wäre. 1-0 für Oldenburg nach 18 Minuten - okay, dann halt Gas
geben für den Ausgleich! 2-0 für Oldenburg nach 31 Minuten -
heilige Scheiße, was ist denn hier los?!? 3-0 für Oldenburg
nach 34 Minuten - das darf doch wohl nicht wahr sein, unser Team
lässt sich ohne Gegenwehr abschlachten! Selten zuvor hab ich solch
ein emotionsloses und einfach nur absolut desolates Auftreten unserer
Elf gesehen. Null Kampfgeist, null Leidenschaft, null Einsatz! Was ist
bloß mit diesen Spielern los? Inzwischen war es recht ruhig im
Gästeblock, Grund zu feiern hatte nur der VfB. Ein weiterer
Doppelschlag setzte dem Ganzen die Krone auf: 4-0 (55.), 5-0 (59.)! Es
kochte und brodelte in jedem der ein Herz für den SVM hatte, so
darf man sich einfach nicht präsentieren. Jeder weiß dass
diese Spieler sehr viel mehr können, doch sie scheinen das
Fußballspielen in den letzten Monaten verlernt zu haben. Die
Heimfans waren nun natürlich gut gelaunt, aber wenn man sich vor
Augen hält dass sie ihren größten Rivalen gerade mit
5-0 abschießen war das was zu hören war nicht all zu
euphorisch. Und dann eine Humba mitten während des Spiels?!? Nun
ja, wenns denn Spaß macht. In Meppen jedenfalls hätte das
Stadion gebebt, wäre die Situation umgekehrt herum. Doch
stattdessen passierte etwas, was ich in meinen Jahren als
SVM-Anhänger noch nie erlebt habe. Bis auf wenige Ausnahmen leerte
sich der Gästeblock nach gut 65 Minuten. Niemand sollte sich das
Treiben auf dem Spielfeld mehr antun! Die meisten verpassten nun den
Elfmeter für Meppen, doch wie sollte es auch anders sein, er wurde
verschossen. Erst 15 Minuten später wurden die Stadiontore
geöffnet und der sichtlich maßlos enttäuschte Haufen
durfte den Rückmarsch zum Bahnhof antreten. Aktuell rangiert man
nun auf Platz 11. Wenn sich die Einstellung der Mannschaft nun nicht
grundliegend ändert, dürfte es äußerst schwer
werden ein-zwei Plätze nach oben zu kommen und somit zumindest die
Relegation zu erreichen. Kämpft endlich für den SVM und lasst
ihn nicht untergehen!
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