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Geplant
war der Besuch des Spakenburg-Derbys, doch aufgrund des Absprungs
von zwei Mitfahrern musste kurzfristig eine Alternative her. Die Partie
zwischen Kaiserslautern und Union Berlin kam da wie gerufen,
schließlich stand das Fritz-Walter-Stadion schon seit
längerer Zeit ganz weit oben auf meiner Liste. Schon im Dezember
2005 war hier mal ein Spielbesuch geplant, doch ein Tag zuvor
ließ ein Schaden des Dachs die Partie gegen Frankfurt ausfallen,
so dass mir auf dem Weg nach Basel nur ein Besuch in Worms blieb.
Per Wochenendticket rollte ich um exakt 04:11 Uhr in Richtung Pfalz. Im
Gepäck waren einige Mitfahrer, welche zum
größten Teil Tags zuvor auf einer Mitfahrerbörse im
Internet gewonnen werden konnten. Darunter auch ein Algerier, welcher
allerhand von der Korruption und der Mentalität in seinem Land zu
berichten wusste, irgendwann aber furchtbar mächtig nerven konnte.
Lag vielleicht daran dass man ihm zehn Mal etwas zur Bahnverbindung
erklärte, er so tat als wenn er verstand, später dann aber
immer wieder nachfragte. Orrr! Um 11:30 Uhr erreichte ich
Kaiserslautern. Schon auf dem Bahnhofsvorplatz hörte ich von
weitem Sprechchöre. Es waren die Unioner, welche unter massiver
Polizeibegleitung (sogar fast so viel wie bei Meppen auswärts)
Richtung Stadion marschieren. Also brav hinterher und rauf auf den
Betzenberg! Zwischendurch blieb der Mob auf der Treppe vor dem Stadion
stehen, drehte sich um, reckte seine Hände nach oben und
schmetterte noch ein paar Gesänge die Stadt hinunter! Durchaus
nett! Mein reserviertes Ticket für die Osttribüne lag zur
Abholung bereit und so durfte der Platz bald eingenommen werden und
noch einige Fotos geschossen werden. Nun ja, "dürfen" vielleicht
nicht unbedingt, denn ich bekam es nun mit einem Ordner zu tun welcher
Kund tat dass eine Kamera wie meine im Stadion verboten sein
würde. Nach der Tatsache dass man hier nur mit einer Arena-Karte
zahlen kann (so ein Unsinn wird von mir traditionell boykottiert, dann
lieber verhungern oder verdursten) der zweite Hass-Faktor beim
Stadionbesuch. Scheiß Kommerz! Aber immerhin trägt der
"Betze" den wohl noch ehrenvollsten Stadionnamen im deutschen
Profifußball, er ist dem
legändären
Fritz Walter gewidmet. Das Stadion bietet rund 32.000 überdachte
Sitz- und 16.000
Stehplätze, wobei das Dach parallel zu den Plätzen nach vorne
hin abgesenkt ist.
Der aktive Kern der 1.800
mitgereisten Hauptstädter (davon 600 mit dem Zug in dem auf der
Rückfahrt die Mannschaft mitfuhr!) war im Sitzplatzbereich zu
finden
und sorgte von hier aus für eine recht passable Stimmung. Für
sie sicherlich ein Saisonhöhepunkt! Die
Heimfans des aktuellen Zweitligaspitzenreiters in der Westkurve
enttäuschten dafür. Klar, die Schalparade war imposant. Auch
die einen oder anderen Gesänge, speziell zu Spielbeginn und nach
dem späteren Führungstreffer. Aber eine Hölle sieht
anders aus! Die Choreo bestand aus dem Spruchband "Unsere Farben
sollen fliegen für den Club den wir so lieben!" zu dem die
Tribüne nun unzählige Absperrbänder auf einmal warf. Die
Wirkung wurde allerdings verfehlt! Spitzenreiter FCK brauchte noch ein
paar Punkte um bald den Aufstieg ins Oberhaus perfekt zu
machen. Die schwache Leistung der roten Teufel brachte heute allerdings
nur
einen Punkt. Der Führungstreffer fiel erst nach 70 Minuten. Dann,
nur einige Minuten später, gab es für die Pfälzer eine
ganz ganz bittere Pille. Die Berliner hämmerten den Ball aus der
Entfernung an den Pfosten, der Ball prallte ab, direkt auf den
Fuß
eines heimischen Abwehrspielers. Nun kullerte der Ball von dort
zurück
Richtung Tor und vorbei am verdutzten Keeper hinter die Linie.
Eigentor! Auf ein zweites Spiel am Nachmittag wurde verzichtet und so
war ich nach weiteren sieben Stunden Zugfahrt wieder Zuhause.
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