1. FC Kaiserslautern
1 - 1
1. FC Union Berlin
10. April 2010
Samstag, 13:00 Uhr
2. Bundesliga
41.144 Zuschauer
(1.800 Gäste)
Fritz-Walter-Stadion (48.500)
Fritz-Walter-Straße 1
67663 Kaiserslautern
Rheinland-Pfalz
Geplant war der Besuch des Spakenburg-Derbys, doch aufgrund des Absprungs von zwei Mitfahrern musste kurzfristig eine Alternative her. Die Partie zwischen Kaiserslautern und Union Berlin kam da wie gerufen, schließlich stand das Fritz-Walter-Stadion schon seit längerer Zeit ganz weit oben auf meiner Liste. Schon im Dezember 2005 war hier mal ein Spielbesuch geplant, doch ein Tag zuvor ließ ein Schaden des Dachs die Partie gegen Frankfurt ausfallen, so dass mir auf dem Weg nach Basel nur ein Besuch in Worms blieb.

Per Wochenendticket rollte ich um exakt 04:11 Uhr in Richtung Pfalz. Im Gepäck waren einige Mitfahrer, welche zum größten Teil Tags zuvor auf einer Mitfahrerbörse im Internet gewonnen werden konnten. Darunter auch ein Algerier, welcher allerhand von der Korruption und der Mentalität in seinem Land zu berichten wusste, irgendwann aber furchtbar mächtig nerven konnte. Lag vielleicht daran dass man ihm zehn Mal etwas zur Bahnverbindung erklärte, er so tat als wenn er verstand, später dann aber immer wieder nachfragte. Orrr! Um 11:30 Uhr erreichte ich Kaiserslautern. Schon auf dem Bahnhofsvorplatz hörte ich von weitem Sprechchöre. Es waren die Unioner, welche unter massiver Polizeibegleitung (sogar fast so viel wie bei Meppen auswärts) Richtung Stadion marschieren. Also brav hinterher und rauf auf den Betzenberg! Zwischendurch blieb der Mob auf der Treppe vor dem Stadion stehen, drehte sich um, reckte seine Hände nach oben und schmetterte noch ein paar Gesänge die Stadt hinunter! Durchaus nett! Mein reserviertes Ticket für die Osttribüne lag zur Abholung bereit und so durfte der Platz bald eingenommen werden und noch einige Fotos geschossen werden. Nun ja, "dürfen" vielleicht nicht unbedingt, denn ich bekam es nun mit einem Ordner zu tun welcher Kund tat dass eine Kamera wie meine im Stadion verboten sein würde. Nach der Tatsache dass man hier nur mit einer Arena-Karte zahlen kann (so ein Unsinn wird von mir traditionell boykottiert, dann lieber verhungern oder verdursten) der zweite Hass-Faktor beim Stadionbesuch. Scheiß Kommerz! Aber immerhin trägt der "Betze" den wohl noch ehrenvollsten Stadionnamen im deutschen Profifußball,
er ist dem legändären Fritz Walter gewidmet. Das Stadion bietet rund 32.000 überdachte Sitz- und 16.000 Stehplätze, wobei das Dach parallel zu den Plätzen nach vorne hin abgesenkt ist.

Der aktive Kern der 1.800 mitgereisten Hauptstädter (davon 600 mit dem Zug in dem auf der Rückfahrt die Mannschaft mitfuhr!) war im Sitzplatzbereich zu finden und sorgte von hier aus für eine recht passable Stimmung. Für sie sicherlich ein Saisonhöhepunkt! Die Heimfans des aktuellen Zweitligaspitzenreiters in der Westkurve enttäuschten dafür. Klar, die Schalparade war imposant. Auch die einen oder anderen Gesänge, speziell zu Spielbeginn und nach dem späteren Führungstreffer. Aber eine Hölle sieht anders aus! Die Choreo bestand aus dem Spruchband "Unsere Farben sollen fliegen für den Club den wir so lieben!" zu dem die Tribüne nun unzählige Absperrbänder auf einmal warf. Die Wirkung wurde allerdings verfehlt! Spitzenreiter FCK brauchte noch ein paar Punkte um bald den Aufstieg ins Oberhaus perfekt zu machen. Die schwache Leistung der roten Teufel brachte heute allerdings nur einen Punkt. Der Führungstreffer fiel erst nach 70 Minuten. Dann, nur einige Minuten später, gab es für die Pfälzer eine ganz ganz bittere Pille. Die Berliner hämmerten den Ball aus der Entfernung an den Pfosten, der Ball prallte ab, direkt auf den Fuß eines heimischen Abwehrspielers. Nun kullerte der Ball von dort zurück Richtung Tor und vorbei am verdutzten Keeper hinter die Linie. Eigentor! Auf ein zweites Spiel am Nachmittag wurde verzichtet und so war ich nach weiteren sieben Stunden Zugfahrt wieder Zuhause.
 

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