27.
März 2010
Samstag, 20:15 Uhr
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Premijer Liga
(1. Liga Bosnien-Herzegowina)
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6.500
Zuschauer
(100 Gäste)
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Stadion
Grbavica (12.000)
Zvornicka 27
71000 Sarajevo-Grbavica
Bosnien-Herzegowina
(Fed. BiH / Kanton Sarajevo) |
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Wieder führte mich mein Weg nach
Grbavica, wo es heute Abend zum kleinen Derby zwischen Željezničar
(„Lokomotive“) und Slavija aus Istočno Sarajevo (Ost-Sarajevo) kommen
sollte.
Das Brisante hierbei ist die Tatsache ist dass es sich um ein Spiel
zwischen
den zwei bosnischen Teilrepubliken handelt. Der südwestliche Teil
des Staates
Bosnien und Herzegowina inklusive Sarajevo ist die „Föderation
Bosnien und
Herzegowina“, hier leben hauptsächlich Bosniaken. Beim
nordöstlichen Teil plus
Ost-Sarajevo handelt es sich um die Republik Srpska, hier leben zu 90%
Serben,
welche meist Orthodox sind! Sie wird zu großen Teilen von Serbien
unterstützt. Srpska
hat Unabhängigkeitsbestrebungen, doch ein unabhängiges Land
wird es laut dem
Friedensabkommen von 1995 nicht geben.
Das Stadion Grbavica besteht aus
absoluten Gegensätzen. Zum einen der moderne Teil, der mit seinen
überdachten
Sitzplätzen durchaus zu einem Bundesligastadion gehören
könnte, zum anderen die
alten unüberdachten Stehränge sowie die beiden kleinen
Holztribünen. Ich gönnte
mir ein Haupttribünenticket für 15 Mark und verfolgte nicht
nur das Geschehen
auf dem Rasen, sondern ganz besonders das Geschehen auf den
Rängen. Die
Fanszene von Željezničar gehört zusammen mit der des FK Sarajevo
sowie von
Borac Banja Luka zu den besten des Landes. Schon vor Spielbeginn als
die
Heimfans auf den beiden Hintertorseiten das Vereinslied mitsangen bekam
ich
leichte Gänsehaut. Auch während der kommenden 90 Minuten gab
es ohne
Unterbrechung (lediglich beim Vorfall nach 80 Minuten) richtig laute
und gute
Gesänge. Konnte absolut gefallen! Auch ein ordentlicher
Pyroeinsatz wurde
geboten, zwei Mal an der Zahl. Der Gast aus Ost-Sarajevo kam kurz vor
Spielbeginn unter Pfiffen des restlichen Publikums mit einem guten
sportlichen
Ultrá-Haufen ins Stadion und konnte mit guten Klatscheinlagen
und Gesängen
ebenfalls überzeugen, wenn auch längst nicht so laut wie das
heimische
Publikum. Immer wieder waren aus allen Ecken des Stadions Anti-Slavija
Gesänge
zu hören! Dann gut 10 Minuten vor Spielende, es stand mittlerweile
2-0 für den
Gastgeber, machten sich die Gäste bereit den Block zu verlassen.
Doch zuvor
wechselten zahlreiche Gegenstände zwischen Gästeblock und
angrenzenden Block!
Als die Slavija-Anhänger nun Richtung Ausgang gingen, setzten sich
plötzlich
hunderte von Zeljo-Supportern dorthin in Bewegung. Was für ein
Anblick als sich
der Block mehr und mehr leerte und sich doch hin bewegte. Aber es gab
wohl kein
Herankommen, lediglich mit der Policija gab es einige Schlagabtausche.
Ganz und gar nicht schön war der Wurf eines Gegenstandes aus dem
Heimblock gegen den Kopf des Gäste-Keepers. Dieser blieb kurz vor
Spielende für mehrere Minuten auf dem Boden liegen und das Spiel
stand vor einem vorzeitigen Abbruch. Nachdem es dann doch noch
weiterging und Zeljo das Spiel mit 2-0 für sich entscheiden
konnte, machte mich auf den Rückweg ins Hostel, welches ich
für die
restliche Zeit für
mich alleine haben sollte. Bosnisches Fernsehen, wie herrlich!
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26. März 2010
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