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Das
Glauben in der Gute in der Deutschen Bahn ist längst verloren,
aber Dank des "Mauerfall-Spezials" für 20 € pro Richtung setzte
ich mich heute nach fünfmonatiger Pause mal wieder in einen
Fernverkehrszug der DB Maffiosi. Bequem ohne Umstieg sollte es mit dem
InterCity von Münster nach Heidelberg gehen. Schön wärs!
Am Gleis empfing mich der kurze aber prägnante Schriftzug "Zug
fällt aus!". Arrrgh! Alternativ ging es mit der Bimmelbahn nach
Hamm und von dort nach einem weiteren Umstieg in Bonn weiter nach
Heidelberg.
Nach einer weiteren halben Stunde Regionalbahn erreichte ich dann eine
kleine Haltestelle, welche nur aufgrund der nuschelnden Ansage des
Zugführers und der zu erwartenden Ankunftszeit als Hoffenheim
identifiziert wurde. Auf was habe ich mich hier eigentlich eingelassen,
wer ist denn so blöd und fährt freiwillig nach Hoffenheim,
eines der Urquellen des Bösen in der heutigen Welt der modernen
Fußballs? Nun ja, immerhin war es nicht die ach so
traditionsreiche TSG "1899" (muahaha) Hoffenheim welche hier zum
Fußballspiel einlud, sondern die deutsche U20-Nationalmannschaft.
Und zwar nicht in der neuen Arena in Sinsheim, sondern in der alten
Spielstätte der TSG, welche sich in wenigen Jahren vom Kreisliga-
zum Zweitligastadion entwickelte. Hier spielte man also unter anderem
die Zweitligasaison 2007/08 aus, ehe der überaus sympathische und
allseits beliebte (ich hau mich wech) Traditionsverein von der Neckar
in die Bundesliga aufstieg. Namensgeber dieses Stadion war der
örtliche Dorfmilliadär, welcher an dieser Stelle aus
gesundheitlichen Gründen (es könnte Brechreiz entstehen)
nicht weiter namentlich genannt werden soll. Das Stadion wirkt sehr
steril und plastisch. Es bietet eine mit überdachte mit
Sitzschalen ausgestattete Haupttribüne, eine überdachte
Stehtribüne zur linken Seite, eine kombinierte Steh- und
Sitztribüne zur rechten Seite (die höchste Tribüne)
sowie drei Stehstufen auf der Gegengeraden. Gefallen kann die Nähe
zum Spielfeld aus Sicht der Haupttribüne. Dagegen sind die
Zäune und grobmaschigen Ballfangnetze im Rest des Stadions
besonders störend und zum Beispiel für Fotos vom Spiel
komplett ungeeignet.
Das Spiel wurde mit einer Schweigeminute des vor drei Tagen tragisch
verstorbenen Robert Enke eingeläutet. Bereits nach neun
Spielminuten konnten die Gäste der Ösiländischen
Juniorenationalelf in Front gehen. Der deutschen Auswahl um Trainer
Horst Hrubesch gelangen dann in der ersten Hälfte zahlreiche
Torchancen, wovon zwei Schüsse im gegnerischen Netz landeten.
Durch die vielen Wechsel wurden die zweiten 45 Minuten etwas
ungeordneter. Kurz vor Spielende gelang den Gästen dann noch der
Ausgleich. Eine nennenswerte Stimmung gab es erwartungsgemäß
nicht. Mit dem Schlusspfiff folgte ich meinem nächsten
Sitznachbarn Maurizio Gaudino schleunigst Richtung Ausgang,
schließlich musste der 21:03 Uhr Zug noch erreicht werden.
Schnellen Schrittes war es machbar gewesen. So groß ist
Hoffenheim halt nicht. Der nächste Zug nach Heidelberg wäre
Sage und Schreibe erste 2 Stunden und 20 Minuten später gefahren!
Hölle! Echt! Nää! Geht gar nicht! Das in Hoffenheim!
Boah nee! Aber es klappte ja, und so konnte mit einem alten Bekannten
in HD (nein, nicht HD ready) noch ein Bierchen getrunken werden, ehe um
01:25 Uhr die Weiterfahrt nach Stuttgart geplant war. Dort gab es 3,5
Stunden Aufenthalt, welche hauptsächlich nickenderweise im doch
recht kleinen und miefigen Aufenthaltsraum rumgebracht wurden.
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