Deutschland U20
2 - 2
Österreich U20
13. November 2009
Freitag, 19:00 Uhr
U20-Länderspiel,
Testspiel
3.300 Zuschauer
(15 Gäste)
Dietmar-Hopp-Stadion (6.350)
Silbergasse 45
74889 Sinsheim-Hoffenheim
Baden-Württemberg
Das Glauben in der Gute in der Deutschen Bahn ist längst verloren, aber Dank des "Mauerfall-Spezials" für 20 € pro Richtung setzte ich mich heute nach fünfmonatiger Pause mal wieder in einen Fernverkehrszug der DB Maffiosi. Bequem ohne Umstieg sollte es mit dem InterCity von Münster nach Heidelberg gehen. Schön wärs! Am Gleis empfing mich der kurze aber prägnante Schriftzug "Zug fällt aus!". Arrrgh! Alternativ ging es mit der Bimmelbahn nach Hamm und von dort nach einem weiteren Umstieg in Bonn weiter nach Heidelberg.

Nach einer weiteren halben Stunde Regionalbahn erreichte ich dann eine kleine Haltestelle, welche nur aufgrund der nuschelnden Ansage des Zugführers und der zu erwartenden Ankunftszeit als Hoffenheim identifiziert wurde. Auf was habe ich mich hier eigentlich eingelassen, wer ist denn so blöd und fährt freiwillig nach Hoffenheim, eines der Urquellen des Bösen in der heutigen Welt der modernen Fußballs? Nun ja, immerhin war es nicht die ach so traditionsreiche TSG "1899" (muahaha) Hoffenheim welche hier zum Fußballspiel einlud, sondern die deutsche U20-Nationalmannschaft. Und zwar nicht in der neuen Arena in Sinsheim, sondern in der alten Spielstätte der TSG, welche sich in wenigen Jahren vom Kreisliga- zum Zweitligastadion entwickelte. Hier spielte man also unter anderem die Zweitligasaison 2007/08 aus, ehe der überaus sympathische und allseits beliebte (ich hau mich wech) Traditionsverein von der Neckar in die Bundesliga aufstieg. Namensgeber dieses Stadion war der örtliche Dorfmilliadär, welcher an dieser Stelle aus gesundheitlichen Gründen (es könnte Brechreiz entstehen) nicht weiter namentlich genannt werden soll. Das Stadion wirkt sehr steril und plastisch. Es bietet eine mit überdachte mit Sitzschalen ausgestattete Haupttribüne, eine überdachte Stehtribüne zur linken Seite, eine kombinierte Steh- und Sitztribüne zur rechten Seite (die höchste Tribüne) sowie drei Stehstufen auf der Gegengeraden. Gefallen kann die Nähe zum Spielfeld aus Sicht der Haupttribüne. Dagegen sind die Zäune und grobmaschigen Ballfangnetze im Rest des Stadions besonders störend und zum Beispiel für Fotos vom Spiel komplett ungeeignet.

Das Spiel wurde mit einer Schweigeminute des vor drei Tagen tragisch verstorbenen Robert Enke eingeläutet. Bereits nach neun Spielminuten konnten die Gäste der Ösiländischen Juniorenationalelf in Front gehen. Der deutschen Auswahl um Trainer Horst Hrubesch gelangen dann in der ersten Hälfte zahlreiche Torchancen, wovon zwei Schüsse im gegnerischen Netz landeten. Durch die vielen Wechsel wurden die zweiten 45 Minuten etwas ungeordneter. Kurz vor Spielende gelang den Gästen dann noch der Ausgleich. Eine nennenswerte Stimmung gab es erwartungsgemäß nicht. Mit dem Schlusspfiff folgte ich meinem nächsten Sitznachbarn Maurizio Gaudino schleunigst Richtung Ausgang, schließlich musste der 21:03 Uhr Zug noch erreicht werden. Schnellen Schrittes war es machbar gewesen. So groß ist Hoffenheim halt nicht. Der nächste Zug nach Heidelberg wäre Sage und Schreibe erste 2 Stunden und 20 Minuten später gefahren! Hölle! Echt! Nää! Geht gar nicht! Das in Hoffenheim! Boah nee! Aber es klappte ja, und so konnte mit einem alten Bekannten in HD (nein, nicht HD ready) noch ein Bierchen getrunken werden, ehe um 01:25 Uhr die Weiterfahrt nach Stuttgart geplant war. Dort gab es 3,5 Stunden Aufenthalt, welche hauptsächlich nickenderweise im doch recht kleinen und miefigen Aufenthaltsraum rumgebracht wurden.



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