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Selten
war die Vorfreude auf das Spiel gegen den Rivalen aus Oldenburg
geringer als in dieser Saison. Der Glaube an einen Sieg war bei den
meisten Fans vor der Partie bereits in weite Ferne gerückt.
Schlimm genug dass es überhaupt dazu kommen konnte, doch die
völlig realitätsfremde Vereinsführung sowie die
Spielergruppen der ersten Mannschaft, welche sich unberechtigterweise
"Team" nennen, gaben den SVM-Anhängern in den letzten Wochen
einfach keine andere Möglichkeit. So war es auch nicht
verwunderlich, dass sich heute gerade noch Zweiandhalbtausend Zuschauer
im
heimischen Emslandstadion einfanden, gut ein Viertel davon aus
Oldenburg. Zehnter gegen zweiter hieß es nun also. Ein
hochklassiges Spiel sollte heute nicht Zustande kommen, doch immerhin
durfte eine kleine Steigerung des Meppener Teams bewundert werden. Half
jedoch nichts, denn am Ende gewann Oldenburg die Partie! Dabei
wäre ein Punktgewinn durchaus drin gewesen. Die Huntestädter
konnten wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff den Führungstreffer
erzielen, ehe Meppen nach Wiederanpfiff durch einen erfolgreich
verwandelten Foulfelfmeter von Özkan zum Ausgleich kam. Das dritte
Tor des Spiels folgte zwanzig Minuten vor Spielende. Eine bittere
Pille, doch aufgrund der Leistungssteigerung blieben sogar die
mittlerweile schon traditionellen lautstarken Anti Claaßen und
Tattermusch-Stimmen aus dem Szeneblock verstummt. Fürs Auge sollte
es trotzdem noch etwas geben! Mit dem Anpfiff präsentierte man
eine animierte Doppelchoreographie. Im ersten Teil waren im Oberrang
der AT die in blau gehaltenen Zeilen "Sportliche Leiter die nach
unmöglichen streben - Spieler die nicht alles geben", im
Stehplatzblock (Sportverein) Meppen und davor "Dunkle Zeiten in denen
wir uns bewegen" zu lesen. Nachdem das Meppen wegfiel, hüllte sich
der Block nun in ein Fahnenmeer in den üblichen Szenefarben und
präsentierte im Oberrang in gleichen Farben "Doch eins bleibt
selbst im tiefsten Regen..." und im Unterrang "Wir halten den Verein am
leben". Dazu gab es zur zweiten Hälfte ein Kassenrollen- und
Konfettiintro sowie während des Spiels das Spruchband "Geschenkte
Fahnen präsentieren und so sehr nach Erfolgen gieren, dass man
fremde Spieler schlägt - und das nennt ihr Mentalität".
Oldenburg zeigte hingegen zu Spielbeginn das eher plumpe Spruchband "8.
Mai 2009 - Schade, dass Benzin nicht brennt" (bezüglich eines
waghalsigen Feuerwerks an der
Tankstelle im letztjährigen Derby). Ihr Intro wurde dann zur
zweiten Hälfte gezeigt und bestand aus einen mit
blau-weiß-blauen Ballonstäben versehenen Gästeblock mit
dem Untertitel "Verein für Bewegungsspiele", garniert duch ein
kleines bisschen Rauch. Für die vorhandenen Möglichkeiten
sicherlich ein nettes Ding! Akustisch war es heute wohl ein
Unentschieden, und zwar ein für Derbyverhältnisse schwaches!
Im Meppener Block blieb es mehrmals für einige Minuten ruhig, aber
selbst in dieser Zeit schien auch aus dem Gästeblock nichts zu
kommen. Aber auch einige gute und lautstarke Momente konnten beide
Seiten für sich verbuchen. Bei den Gästen war es der
Wechselgesang mit den Gästefans auf der Tribüne sowie die
Humba nach dem Spiel, welche eine besondere Lautstärke mit sich
brachten. Humbas scheinen in Oldenburg übrigens sehr im Trend zu
liegen, so gibt es sie dort schon mal auf dem weg zum Stadion,
während des Spiels, nach Abpfiff und auf dem Rückweg zum
Bahnhof. Diesen bestritten die Oldenburger mit gut 150 Leuten. Einen
Bärendienst leistete beim üblichen Tankstellenwinken das
große Polizeiaufgebot, welche sämtliche Meppener Fans in der
Nähe zusammentrommelte, einkesselte und letztlich kuschelig
zusammenferchte. Wieder mal
eine hervorragende Polizeitaktik - man bündle einen Mob und
färche ihn möglichst eng ein, um Spaßeshalber die
Emotionen mal richtig hochkochen zu lassen.
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