SV Meppen
1 - 2
VfB Oldenburg
18. Oktober 2009
Sonntag, 15:00 Uhr
Oberliga Niedersachsen West
(5. Liga)
2.560 Zuschauer
(550 Gäste)
Emslandstadion (16.500)
Lathener Straße 15
49716 Meppen
Niedersachsen
Selten war die Vorfreude auf das Spiel gegen den Rivalen aus Oldenburg geringer als in dieser Saison. Der Glaube an einen Sieg war bei den meisten Fans vor der Partie bereits in weite Ferne gerückt. Schlimm genug dass es überhaupt dazu kommen konnte, doch die völlig realitätsfremde Vereinsführung sowie die Spielergruppen der ersten Mannschaft, welche sich unberechtigterweise "Team" nennen, gaben den SVM-Anhängern in den letzten Wochen einfach keine andere Möglichkeit. So war es auch nicht verwunderlich, dass sich heute gerade noch Zweiandhalbtausend Zuschauer im heimischen Emslandstadion einfanden, gut ein Viertel davon aus Oldenburg. Zehnter gegen zweiter hieß es nun also. Ein hochklassiges Spiel sollte heute nicht Zustande kommen, doch immerhin durfte eine kleine Steigerung des Meppener Teams bewundert werden. Half jedoch nichts, denn am Ende gewann Oldenburg die Partie! Dabei wäre ein Punktgewinn durchaus drin gewesen. Die Huntestädter konnten wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff den Führungstreffer erzielen, ehe Meppen nach Wiederanpfiff durch einen erfolgreich verwandelten Foulfelfmeter von Özkan zum Ausgleich kam. Das dritte Tor des Spiels folgte zwanzig Minuten vor Spielende. Eine bittere Pille, doch aufgrund der Leistungssteigerung blieben sogar die mittlerweile schon traditionellen lautstarken Anti Claaßen und Tattermusch-Stimmen aus dem Szeneblock verstummt. Fürs Auge sollte es trotzdem noch etwas geben! Mit dem Anpfiff präsentierte man eine animierte Doppelchoreographie. Im ersten Teil waren im Oberrang der AT die in blau gehaltenen Zeilen "Sportliche Leiter die nach unmöglichen streben - Spieler die nicht alles geben", im Stehplatzblock (Sportverein) Meppen und davor "Dunkle Zeiten in denen wir uns bewegen" zu lesen. Nachdem das Meppen wegfiel, hüllte sich der Block nun in ein Fahnenmeer in den üblichen Szenefarben und präsentierte im Oberrang in gleichen Farben "Doch eins bleibt selbst im tiefsten Regen..." und im Unterrang "Wir halten den Verein am leben". Dazu gab es zur zweiten Hälfte ein Kassenrollen- und Konfettiintro sowie während des Spiels das Spruchband "Geschenkte Fahnen präsentieren und so sehr nach Erfolgen gieren, dass man fremde Spieler schlägt - und das nennt ihr Mentalität". Oldenburg zeigte hingegen zu Spielbeginn das eher plumpe Spruchband "8. Mai 2009 - Schade, dass Benzin nicht brennt" (bezüglich eines waghalsigen Feuerwerks an der Tankstelle im letztjährigen Derby). Ihr Intro wurde dann zur zweiten Hälfte gezeigt und bestand aus einen mit blau-weiß-blauen Ballonstäben versehenen Gästeblock mit dem Untertitel "Verein für Bewegungsspiele", garniert duch ein kleines bisschen Rauch. Für die vorhandenen Möglichkeiten sicherlich ein nettes Ding! Akustisch war es heute wohl ein Unentschieden, und zwar ein für Derbyverhältnisse schwaches! Im Meppener Block blieb es mehrmals für einige Minuten ruhig, aber selbst in dieser Zeit schien auch aus dem Gästeblock nichts zu kommen. Aber auch einige gute und lautstarke Momente konnten beide Seiten für sich verbuchen. Bei den Gästen war es der Wechselgesang mit den Gästefans auf der Tribüne sowie die Humba nach dem Spiel, welche eine besondere Lautstärke mit sich brachten. Humbas scheinen in Oldenburg übrigens sehr im Trend zu liegen, so gibt es sie dort schon mal auf dem weg zum Stadion, während des Spiels, nach Abpfiff und auf dem Rückweg zum Bahnhof. Diesen bestritten die Oldenburger mit gut 150 Leuten. Einen Bärendienst leistete beim üblichen Tankstellenwinken das große Polizeiaufgebot, welche sämtliche Meppener Fans in der Nähe zusammentrommelte, einkesselte und letztlich kuschelig zusammenferchte. Wieder mal eine hervorragende Polizeitaktik - man bündle einen Mob und färche ihn möglichst eng ein, um Spaßeshalber die Emotionen mal richtig hochkochen zu lassen.


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