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Mag
sein dass Lüttich (französisch
Liège, ausgesprochen Li-esch) eine wunderschöne
Stadt ist, gesehen hatten wir davon bei unserer Ankunft allerdings
nicht sehr viel. Die letzten Kilometer vor dem Stadion entpuppten sich
uns jedenfalls als ein selten hässliches und stinkendes
Industrieloch, wie man es sonst wohl nur aus düsteren Science
Fiction Endzeitfilmen kennt. Hinter jeder Ecke schienen irgendwelche
glubschäugigen Aliens zu lauern, letztlich wurden aber keinerlei
extraterestrischen Wesen oder Gestalten aus der Zukunft entdeckt, und
so konnten wir unbehelligt unseren Weg zum Stadion fortsetzen! Nach
einer gefühlten
Ewigkeit bei der Suche nach einem kostengünstigen Parkplatz (2 €
wurden letztlich fällig) und dem problemlosen Ticketkauf für
je 28 € für Plätze im Oberrang der Tribüne III durften
wir das Stade Maurice Dufrasne (auch bekannt als Stade Sclessin)
endlich betreten. Ein seeehr geniales Ding! Gerade die Stadien in
denen man schon leichte Höhenangst bei dem Blick nach unten
bekommt, sind halt doch immer die besten! Drei dieser Tribünen
(II, III und IV) laufen in U-Form und bestehen jeweils aus drei
voneinander getrennten Rängen. Die Tribüne I ist deutlich
flacher und beherbergt auch die VIP-Logen. Das Stadion wirkt sehr
kompakt und bietet beste Voraussetzungen für eine tolle
Atmosphäre. Ein Besuch lohnt sich! Das Derby zwischen dem Meister
(aktuell vierter) und dem Pokalsieger (elfter) aus dem 45 km entfernten
Genk hielt leider nicht das was man sich erhofft hatte, zumindest was
das Geschehen auf dem Platz angeht. Kaum Höhepunkte, fast keine
nennenswerten Torchancen und das Tor des Tages entstand
charakteristisch durch einen Foulfelfmeter (58.). Interessanter war da
schon das Geschehen auf den
Rängen! Schon vor dem Spiel machte der Gästeblock (welcher
vom eigenen Standpunkt leider nur schlecht einsehbar war) auf sich
aufmerksam mit einigen recht lauten Kanonenschlägen und
Rauchbomben. Dann zum Anstoß gab es die volle Dröhnung! Die
"Ultras Inferno" und "Hell Side" auf Tribüne III
präsentierten eine ansehnliche Pyroshow und auch im
Gästeblock sowie bei den Heimfans im Rang darunter, wo die
Fangruppierung "Public Hysteric Kaos" Zuhause ist, entflammten Bengalen
und Rauchbomben. Herrlich! Allein daran ist ganz klar zu erkennen dass
dieser Teil Belgiens viel eher der französischen als der
niederländischen Mentalität entspricht. Auch die Stimmung war
zu Beginn recht ordendlich, verblasste mit dem Spielverlauf dann aber
mehr und mehr. Sie wurde auf heimischer Seite vom Ultrakern auf
Tribüne III sowie vom bereits genannten PHK getragen. Einige Male
sprang der Funke auch auf den Rest des Stadions über, was durchaus
gut rüberkam. Für die Augen gab es später nicht mehr
allzu viel, aber der Blick auf das tolle Stadion entschädigte ja
für alles. Nachdem man noch zwei Groundhoppern aus Mainz und Essen
über den Weg lief, durfte auch schon wieder die Heimreise ins
Münsterland angetreten werden, welches mit müden Augen gegen
02:15 Uhr erreicht wurde.
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