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Am
Nachmittag wurde es Zeit für einen Besuch bei der Werkself von
Bayer 04. Die Karten hierfür konnten im Vorfeld per Internet
gebucht und selbst ausgedruckt werden. So galt es vor dem Einlass noch
eben die Knickanleitung zu lesen, die Tickets demnach fachgerecht
zusammenzufalten und unter den Scanner am Drehkreuz zu halten. Da kann
man eigentlich nur hoffen dass sowas nicht Mode kommt und es in Zukunft
gar keine echten Eintrittskarten mehr gibt. Der Umbau der BayArena
wurde gerade erst abgeschlossen. Die Kapazität dieses modernen
Fußballstadions wurde von 22.500 auf 30.210 erhöht. Auch die
Dachkonstruktion wurde erneuert, nun werden die zweirangigen
Tribünen und ein Teil des Spielfeldes von einer
lichtdurchlässigen Überdachung überzogen.
Stehplätze gibt es nur sehr wenige, das gibt erhebliche
Minuspunkte! Unterm Strich jedoch kann man der Arena nicht absprechen
einen eigenen Charakter zu haben, von daher für einen
Kommerztempel schon ganz okay.
Der Tabellenzweite empfing mit dem 1. FC
Nürnberg den 15. der Tabelle. Und schon 100 Sekunden nach Anpfiff
zappelte zum ersten Mal das Netz! Die 20-jährige Nachwuchshoffnung
Toni Kroos zirkelte den Ball im direkten Freistoß ins Tor! Kroos
war es auch, welcher gut 25 Minuten später einen Foulelfmeter
rausholte, den Simon Rolfes dann mühelos verwandeln konnte. Es
folgten das 3-0 durch Derdiyok (34.) und das 4-0 durch Kießling
(68.). Von Nürnberg kam gar nichts, lediglich die Leverkusener
zeigten immer wieder gelungene Aktionen und sorgten somit für ein
ansehnliches, wenn auch wenig spannendes Spiel. Mit dem Sieg wurde
für mindestens einen Tag die Tabellenführung erreicht. Im
Stadion hatte man allerdings eher das Gefühl es würde um
Platz 12 gehen, so richtig überschwinglich wirkte die
Atmosphäre nämlich nicht. Einige Male konnten die
Bayer-Anhänger zwar laut werden, unterm Strich war das was sie
heute zum besten gaben allerdings nichts Besonderes. Es war nur wenig
Euphorie von den Ultras in der Ecke zu verspüren. Da waren die
Club-Fans schon wesentlich überzeugender! Klare, kraftvolle und
melodische Gesänge gab es bei ihnen im Gästeblock zu
hören, zumindest bis zum 0-3. Dann setzte der Support bis auf
wenige Ausnahmen komplett aus, was aber aufgrund der desolaten
sportlichen Situation in Nürnberg absolut nachvollziehbar
erscheint. In dieser Form dürfte sich der Club in der kommenden
Spielzeit definitiv in der 2. Liga wiederfinden. Nach Spielende kamen
wir eher zufällig an einen eingekesselten Mob der Gästefans
vorbei, was man hier sah schlug dem Fass den Boden aus. Die
Polizeipferde "scheuten" hier auf engsten Raum mitten in den
Menschenmassen! Einfach unfassbar mit welcher Menschenverachtung die
Beamten hier vorgegangen sind. Polizeihunde ohne Maulkorb wurden auf
Heranwachsende gehetzt und es wurde wild Pfefferspray in die Menge
gesprüht. Wer immer noch an den
Rechtsstaat Deutschland glaubt, dem ist einfach nicht mehr zu helfen.
ACAB!!!
Nachdem das Geschehen kritisch beäugelt wurde und die heimlichen
Fotoaufnahmen nicht zum gewünschten Ergebnis führten, machten
wir uns wieder auf den Weg zum Kurtekotten, diesmal mit einem
Pendelbus. Von hier aus wurde dann unsere Unterkunft in Form des
ETAP-Hotels in Düren angesteuert. Hier gab es dann noch einen
edlen Besuch in der Systemgastronomie sowie einen TV-Abend mit Old
School Klassikern wie Star Wars und Wrestling. Unglaublich, The
Undertaker gibs ja immer noch!
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