|
Heute
bot sich das Saisonfinale in Halle an. Während es für den HFC
noch um den Aufstieg in die 3. Liga ging (man stand vor dem letzten
Spiel Punktgleich mit Tabellenführer Kiel auf dem zweiten Rang),
hatten die Gäste aus Plauen noch berechtigte Hoffnungen auf den
Klassenerhalt, denn der VFC stand knapp über dem roten Strich in
der Tabelle. Mein Ticketmitfahrer Chris (welcher bei Aschersleben
zustieg, schönen Gruß an dieser Stelle) wollte auch zu dem
Spiel, und so machte man sich zu zweit auf den Weg ins
Kurt-Wabbel-Stadion, genau genommen an den Rande des Heimblocks (was ja
normalerweise beim Hopping umgangen wird). Das KWS verfügt
über 24.000 Plätze, von denen allerdings nur noch 13.300
Plätze freigegeben werden. Zwei Stehplatzblöcke sind
Baufällig und daher aufgrund der Bestimmungen in der Regionalliga
nicht mehr nutzbar. In Kürze soll jedoch mit den Umbau des
Stadions in eine moderne Arena begonnen werden. Eine Überdachung
bietet nur ein kleiner Teil der Haupttribüne. Zu Spielbeginn
präsentierten die Hallenser eine Choreo in Form eines HFC-Ultras
vor einem Rouletttisch mit den Feldern Halle, Plauen, Kiel und
Lübeck (heutiger Gegner von Kiel) bei dem Halle "ALLES auf
AUF$TIEG!" setzte. Die offiziell 519 Gästeanhänger
präsentierten gelbe Folienbahnen und den Spruch
"Aufstiegsträume dämpfen - Klassenerhalt erkämpfen". Die
Gäste überraschten in dem sie scheinbar streckenweise mehr
Spaß am Support hatten als die Heimfans. Sicherlich ist die
Anspannung bei solch einem Spiel groß, doch von den
HFC-Anhängern hatte man schon etwas mehr erwartet. Beeindruckend
waren die Wechselgesänge "Chemie - Halle", ansonsten aber blieb
die Stimmung verhalten, nur wenige zogen bei den Gesängen mit. Zu
Beginn der zweiten Hälfte wurden dann vom kompletten Stadion
(außer dem Gästeblock) von der Saalefront Ultras
organisierte "DANKE
JUNGS! - Für eine geile Saison"-Zettel in die Höhe gereckt.
Ebenso wie die Stimmung war auch das Geschehen auf dem Rasen verhalten.
Keiner schien hier ein Risiko eingehen zu wollen. Nach 55 Spielminuten
trafen die Gäste zum Tor des Tages. Da aber auch Kiel sein
zeitgleiches Spiel gewann, hätte ein Sieg dem HFC nichts mehr
gebracht. Gegen 15:17 Uhr stieg Holstein Kiel also in die 3. Liga auf,
Plauen hielt die Klasse und Halle versank ins Tal der Tränen.
Teilweise auch aufgrund des Tränengases, denn unmittelbar nach
Schlusspfiff setzten Leute aus dem HFC-Block zum Sprint über das
Spielfeld in Richtung Gästeblock über (die Tore sollten nach
Spielende eh geöffnet werden, wohl damit der Nichtaufstieg
"gefeiert" werden kann) und es wurden einige Gegenstände
ausgetauscht. Die Gästeanhänger zündeten Bengalen und
Hallenser beförderten Kanonenschläge, Raketen, Werbebanden in
sonstige Dinge in den Gästeblock und auf die dann eintreffenden
Polizeieinheiten. Die
Sicherheitskräfte schienen jedoch unterm Strich ziemlich
überfordert zu sein. Nachdem das
Spektakel 15 Minuten nach Spielende immer noch nicht beendet war (es
gab immer wieder neue Schlagabtausche und Rennereien, HFCler Chaoten
dabei nicht zimperlich) hieß es zum Bahnhof aufzubrechen. Hier
war der Treffpunkt mit meiner neuen WET-Mitfahrerin. Gemeinsam wurden
die gut drei Stunden nach Hannover zurückgelegt. Von hier aus
waren es noch 60 Minuten S-Bahn-Fahrt und aufgrund des unwetterartigen
Regens fast zweistündige Autofahrt. Fazit: Erfolgreiches
Wochenende mit zwei Regionalligaspielen, welches durch die insgesamt
acht Mitfahrer durchaus erschwinglich war. Die Taktik mit den
Mitfahrgelegenheiten auf Wochenend-Tickets (kosten ja mittlerweile
schon 37 € - in Worten siebenunddreissig!!!) wird auf jeden Fall bald
wieder genutzt, falls wieder einmal keine Fußballinteressierten
Mitfahrer gefunden werden.
|