Hallescher FC
0 - 1
VFC Plauen
7. Juni 2009
Sonntag, 13:30 Uhr
Regionalliga Nord
(4. Liga)
8.804 Zuschauer
(519 Gäste)
Kurt-Wabbel-Stadion (13.322)
Kantstraße
06110 Halle (Saale)
Sachsen-Anhalt
Heute bot sich das Saisonfinale in Halle an. Während es für den HFC noch um den Aufstieg in die 3. Liga ging (man stand vor dem letzten Spiel Punktgleich mit Tabellenführer Kiel auf dem zweiten Rang), hatten die Gäste aus Plauen noch berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt, denn der VFC stand knapp über dem roten Strich in der Tabelle. Mein Ticketmitfahrer Chris (welcher bei Aschersleben zustieg, schönen Gruß an dieser Stelle) wollte auch zu dem Spiel, und so machte man sich zu zweit auf den Weg ins Kurt-Wabbel-Stadion, genau genommen an den Rande des Heimblocks (was ja normalerweise beim Hopping umgangen wird). Das KWS verfügt über 24.000 Plätze, von denen allerdings nur noch 13.300 Plätze freigegeben werden. Zwei Stehplatzblöcke sind Baufällig und daher aufgrund der Bestimmungen in der Regionalliga nicht mehr nutzbar. In Kürze soll jedoch mit den Umbau des Stadions in eine moderne Arena begonnen werden. Eine Überdachung bietet nur ein kleiner Teil der Haupttribüne. Zu Spielbeginn präsentierten die Hallenser eine Choreo in Form eines HFC-Ultras vor einem Rouletttisch mit den Feldern Halle, Plauen, Kiel und Lübeck (heutiger Gegner von Kiel) bei dem Halle "ALLES auf AUF$TIEG!" setzte. Die offiziell 519 Gästeanhänger präsentierten gelbe Folienbahnen und den Spruch "Aufstiegsträume dämpfen - Klassenerhalt erkämpfen". Die Gäste überraschten in dem sie scheinbar streckenweise mehr Spaß am Support hatten als die Heimfans. Sicherlich ist die Anspannung bei solch einem Spiel groß, doch von den HFC-Anhängern hatte man schon etwas mehr erwartet. Beeindruckend waren die Wechselgesänge "Chemie - Halle", ansonsten aber blieb die Stimmung verhalten, nur wenige zogen bei den Gesängen mit. Zu Beginn der zweiten Hälfte wurden dann vom kompletten Stadion (außer dem Gästeblock) von der Saalefront Ultras organisierte "DANKE JUNGS! - Für eine geile Saison"-Zettel in die Höhe gereckt. Ebenso wie die Stimmung war auch das Geschehen auf dem Rasen verhalten. Keiner schien hier ein Risiko eingehen zu wollen. Nach 55 Spielminuten trafen die Gäste zum Tor des Tages. Da aber auch Kiel sein zeitgleiches Spiel gewann, hätte ein Sieg dem HFC nichts mehr gebracht. Gegen 15:17 Uhr stieg Holstein Kiel also in die 3. Liga auf, Plauen hielt die Klasse und Halle versank ins Tal der Tränen. Teilweise auch aufgrund des Tränengases, denn unmittelbar nach Schlusspfiff setzten Leute aus dem HFC-Block zum Sprint über das Spielfeld in Richtung Gästeblock über (die Tore sollten nach Spielende eh geöffnet werden, wohl damit der Nichtaufstieg "gefeiert" werden kann) und es wurden einige Gegenstände ausgetauscht. Die Gästeanhänger zündeten Bengalen und Hallenser beförderten Kanonenschläge, Raketen, Werbebanden in sonstige Dinge in den Gästeblock und auf die dann eintreffenden Polizeieinheiten. Die Sicherheitskräfte schienen jedoch unterm Strich ziemlich überfordert zu sein. Nachdem das Spektakel 15 Minuten nach Spielende immer noch nicht beendet war (es gab immer wieder neue Schlagabtausche und Rennereien, HFCler Chaoten dabei nicht zimperlich) hieß es zum Bahnhof aufzubrechen. Hier war der Treffpunkt mit meiner neuen WET-Mitfahrerin. Gemeinsam wurden die gut drei Stunden nach Hannover zurückgelegt. Von hier aus waren es noch 60 Minuten S-Bahn-Fahrt und aufgrund des unwetterartigen Regens fast zweistündige Autofahrt. Fazit: Erfolgreiches Wochenende mit zwei Regionalligaspielen, welches durch die insgesamt acht Mitfahrer durchaus erschwinglich war. Die Taktik mit den Mitfahrgelegenheiten auf Wochenend-Tickets (kosten ja mittlerweile schon 37 € - in Worten siebenunddreissig!!!) wird auf jeden Fall bald wieder genutzt, falls wieder einmal keine Fußballinteressierten Mitfahrer gefunden werden.



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