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Irgendwie
hatte man sie schon wieder so richtig vermisst, die richtig gepflegten
Asi-Ticket-Touren. An diesem Wochenende sollte es dann gleich zwei
Stück davon geben. Da die bahntechnische Infrastruktur im Emsland
bekanntlich absolut unterentwickelt ist und sich von dort eh kaum noch
etwas vernünftiges starten lässt, wurde nun aufs
wunderschöne Minden als Ausgangspunkt ausgewichen. Die Reise
begann schon am Freitagabend. Wie sich mehr und mehr herausstellte
sollte die Taktik sämtliche Auto- und Bahnfahrten an diesem
Wochenende Online bei einer Mitfahrzentrale anzubieten voll und ganz
aufgehen. Nach ausgiebiger Landstraßenfahrt gestellte sich meine
erste Mitfahrerin von Lotte-Halen bis Porta Westfalica in mein
Gefährt. Dann in Minden galt es erst noch ein kleines Nickerchen
auf dem Wohnmobilstellplatz "Kanzlers Weide" zu machen, ehe man sich am
frühen Morgen in die erste Bahn Richtung Rheinland setzen wollte.
In der Nacht fasste man dann bald den Entschluss sein Auto während
des Tages doch noch woanders abzustellen. Normal ist es jedenfalls
nicht, dass ein Auto mitten in der Nacht rasant und mit rhythmischen
Gehupe eines Autoalarms den Platz verlässt. Pünktlich um 4
Uhr setzte sich dann der erste Zug in Bewegung. Nach Umstiegen in
Hannover, Göttingen, Kassel, Frankfurt und Mannheim erreichte ich
8,5 Stunden später den Bahnhof Ludwigshafen Mitte. Von hier waren
es noch gut 20 Minuten Fußweg zum derzeitigen Stadion des FSV
Ludwigshafen-Oggersheim. Der Verein spielt seine erste
Regionalligasaion, musste jedoch einsehen dass diese Liga aus
organisatorischen und finanziellen Gründen (sportlich läufts,
man steht im Mittelfeld der Tabelle) einfach eine Nummer zu groß
ist und daher wird er in der kommenden Saison gleich zwei Spielklassen
tiefer in der Verbandsliga antreten müssen. Kein Wunder bei dem
geringen Zuschaueraufkommen wie heute! Heute wurde also zum vorerst
letzten Mal höherklassiger Fußball in der herrlichen
Schüssel des Südweststadions geboten. Die 6.100 zugelassenen
Plätze sind eigentlich nichts besonderes. Eine Haupttribüne,
daneben noch zwei unberdachte Blöcke, sowie ein weiterer
Stehplatzblock auf der Gegengeraden. Die restlichen 35.000 Plätze
dagegen sind absolut verfallen und recht genial anzuschauen. Diese
Plätze sind jedoch gesperrt und können von den Zuschauern
nicht betreten werden (es sei denn man hat Glück und darf von dort
mal eben Fotos machen). Die heutigen Gäste aus Mainz machten von
Beginn an kräftig Pressing und zogen dem Gastgeber schnell ihre
Grenzen auf. Mit dem 1-3 war man letztlich noch gut bedient, hätte
durchaus auch höher ausfallen können. Von einer Fanszene kann
man in Oggersheim ganz- und gar nicht reden, hier war rein gar nichts
in der Art vorhanden. Auf Mainzer Seite gab es während der zweiten
Spielhälfte teilweise von 4-5 Anhängern etwas
Unterstützung, der Rest der knapp 30 Gästesympathiesanten
verteilte sich auf der Tribüne. Der Rückweg wurde in
Begleitung einiger Mitfahrerinnen und Mitfahrer über Mannheim,
Frankfurt, Siegen, Hagen und Hamm angetreten, ehe dort der ICE nach
Minden genutzt werden durfte. Hier durfte man für die
nächsten gut sieben Stunden noch etwas Schlaf tanken.
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