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Mitten
in einem Wohngebiet der 56.000-Einwohner Gemeinde Doetinchem liegt das
Stadion von "de Graafschap". Nachdem die Fans der
Großstadtvereine Spieler und Fans des Clubs immer mit "Boeren,
Boeren" (Bauern, Bauern) empfingen, drehte de Graafschap den
Spieß einfach um und nennt sich nun einfach selbst "de
Superboeren" (Superbauern). Kult! Obwohl man zurzeit auf einem
Abstiegsplatz der Eredivisie steht, macht man sich reichlich Gedanken
über die Zuschauerkapazität des Stadions. Da eine Erweiterung
des Stadions de Vijverberg nicht mehr möglich ist, sind andere
Grundstücke wie im 10 km entfernten Vorort Wehl im Gespräch.
Das aktuelle Stadion fasst 12.600 Zuschauer und erinnert eher an den
modernen englischen, als an den typisch niederländischen Stil. Die
Tribünen des komplett überdachten Stadions liegen nah am
Spielfeld. Einige Stehplätze sind im Fanblock der Heimfans
übrig geblieben. Der Gästeblock liegt genau daneben! Nicht
wirklich sinnvoll, aber irgendwas werden sich die Verantwortlichen
dabei wohl gedacht haben. Die Heimsupporter zeigten zu Spielbeginn eine
Choreographie in Form von hunderten blau-weißen Fahnen mit dem
Schriftzug "Wij zijn de Graafschap - de Graafschap zijn wij" (Wir sind
de Graafschap - de Graafschap sind wir). Der Support war zwar nicht
durchgängig, aber dennoch recht anständig, hätte ich in
dieser Form gar nicht erwartet. Auch die Gäste aus Groningen
konnten mehrere male (falls sie denn mal etwas von sich hören
ließen) auf eine gute Lautstärke kommen. Gefiel unterm
Strich von beiden Seiten besser als bei Utrecht vs. Groningen vor zwei
Wochen. Auch das "Boeren, Boeren" seitens der Groninger war zu
hören, was dann aber in für die Heimfans gewohnter Marnier
mit
einem "Superboeren" gekonntert wurde. Das Spiel des Tabellenvorletzten
gegen den Tabellensechsten schien überraschend ausgeglichen und
wurde durch einen verwandelten Elfmeter entschieden. Nach gut 30
Minuten konnten die "Trots van het noorden" den 0-1 Endstand erzielen.
Um Haaresbreite wäre in der Nachspielzeit noch der Ausgleich durch
einen Kopfball des heranstürmenden heimischen Torhüters
gefallen. Doch die beste Chance der Hausherren in diesem Spiel blieb
ungenutzt und der Torhüter blieb ohne Torerfolg. Für
Verwirrung sorgte die Auswechslung des Schiedsrichters nach einer
Stunde. Scheinbar handelte es sich um eine kleine Blessur, denn er
tauschte seinen Platz lediglich mit dem vierten Offiziellen. Von
Doetinchem ging es für mich nun direkt weiter ins 110 km entfernte
Münster, wofür man dank der niederländischen
Landstraßen mit bestensfalls erlaubten 70-80 km/h eine
gefühlte Ewigkeit brauchte.
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