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Die
Nacht im Hostel war kurz, denn schon um 04:45 Uhr klingelte der
Handywecker. Raus aus dem Hostel, rein in die Metro zum zwei Stationen
entfernten Busbahnhof Barcelona Nord. Hier sollte um 06:15 Uhr der Bus
ins fast 200 km entfernte Andorra starten. Kostenpunkt: 37 € für
ein Retour-Ticket (inklusive 10% Juniorennachlass) beim
Fernbusunternehmen Alsina Graells. Während sich die Fahrt anfangs
noch als langweilig gestaltete, kam man letztlich kaum noch aus dem
Staunen heraus, denn man war nun mitten in den östlichen
Pyrenäen. Überall Gebirge, Flüsse, Täler, Tunnel...
ein Wahnsinnsanblick! Mag der Fußball in einem Zwergstaat wie
Andorra noch so sinnlos sein, die Reise dorthin ist das Geld und die
Zeit auf jeden Fall wert! Die Hauptstadt Andorra-la-Vella hat selbst
nur 22.000 Einwohner und besticht ebenfalls durch seine Lage in der
Gebirgskette. Bei unserer Ankunft gegen 09:30 Uhr waren es hier nur
circa 4 Grad. Erst als die Sonnenstrahlen sich über die Berge
kämpften und das Tal somit nicht mehr im Schatten lag, wurden es
plötzlich knapp 15 Grad.
In der ersten Liga von Andorra gibt es nur 8 Mannschaften, wobei sich
jährlich der Meister für die Champions League Quali und der
zweite für den UI-Cup qualifiziert. Die Spiele in dieser Liga
werden auf nur zwei Plätzen ausgetragen. Jeweils drei Stück
hintereinander im Camp de Futbol d'Aixovall, sowie eins im
Nationalstadion, welches heute von uns besucht wird. Länderspiele
bei denen mit einem großen Zuschauerandrang gerechnet wird,
werden allerdings ins Mini Estadi Barcelona oder Olympiastadion
Barcelona verlegt. Jörg und ich entschieden uns für ein Spiel
im Estadi Comunal. Statt einem Nationalstadion ähnelt die Anlage
allerdings eher einem Verbandsligasportplatz. Mehr als eine kleine
überdachte Sitztribüne und einige Sitzschalen in der Kurve
gibt es hier nicht. Doch das alles macht die atemberaubende Lage in den
Pyrenäen wieder gut. Vor Ort konnten nun also Sage und Schreibe 40
Zuschauer bei freiem
Eintritt gezählt werden! Dabei spielte der Rekordmeister Principat
gegen eine Mannschaft, welche zuletzt drei Jahre in Folge im UI-Cup
antrat. Das Spiel hatte es absolut in sich... Das Heimteam führte
bereits 2-0, ehe sich die Emotionen immer mehr aufheizten. Nach einer
unfairen Aktion kam es zu einer "Rudelbildung" unter Spielern, Trainern
und Betreuern. Es schien als wäre man von einer
Massenschlägerei auf dem Spielfeld und einem Spielabbruch nicht
weit entfernt gewesen. Nun folgte eine Blutgrätsche der anderen,
was letztlich insgesamt 5 glatt rote Karten zur Folge hatte!
Unglaublich! Mit 17 Spielern auf dem Feld und einer klasse Aufholjagd
der Gäste zum 2-2 ging das Spiel Zuende. Um 15 Uhr machte sich
unser Bus auf dem Rückweg und nach vier Stunden Fahrt erreichten
wir wieder die Hauptstadt Kataloniens.
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