Racing FC Union Lëtzebuerg
(RFCU Luxemburg)

4 - 1 FC Victoria Rosport
18. August 2007
Samstag, 19:30 Uhr
Fortis Ligue
(1. Liga Luxemburg)

270 Zuschauer
(50 Gäste)
Stade Achille Hammerel (5.814)
rue Auguste Lumière
1950 Luxemburg
Luxemburg
Länderpunkt-Geilheit! Anders kann man es einfach nicht beschreiben. Warum sonst fährt man in einen Zwergstaat wie Luxemburg (300 km² kleiner als das Emsland) um sich dort ein Ligaspiel anzusehen?!? Es ist kein Land in dem der Fußball gelebt wird, nur wenige hundert Zuschauer besuchen die Spiele der ersten nationalen Liga. Nichts destro trotz, heute war für mich die Zeit gekommen persönliche Eindrücke von diesem Staat zu sammeln. Nachdem in Trier erfolgreich das Wochenend-Ticket an den Mann gebracht werden konnte, musste nun ein Tagesticket für die Hin- und Rückfahrt in die Hauptstadt des Großherzogtums gelöst werden. Um 10,80 Euro erleichtert rollte die Bahn gegen 16:45 in Luxembourg Gare ein. Nun blieben knapp drei Stunden für eine Besichtigung der Stadt. Hammer! Luxemburg-Stadt bietet mitten im Zentrum sehenswerte Täler, Brücken und Schlösser, kann also voll und ganz überzeugen. Auch wenn der Fußball hier nur wenig eindrucksvoll ist, die Stadt selbst ist es auf jeden Fall.

Nicht weit weg vom Zentrum und vom Bahnhof liegt das "Stade Achille Hammerel", Heimstätte des RFCU, welcher erst 2005 durch den Zusammenschluss von Union Sportive Luxemburg (6-facher Meister), Spora Luxemburg (11-facher Meister) und CS Alliance 01 entstand. Blickpunkt ist die überdachte Tribüne mit 814 Sitzplätzen. Zu den Seiten laden breite Betonstufen zum Stehen ein. Während die Gegengerade ebenfalls noch einige Stufen bietet, bleiben die beiden Hintertorseiten völlig ohne Ausbau. Das Spiel gegen den Dorfverein aus Rosport (1.905 Einwohner) begann vor einer Kulisse von 270 Zuschauern und der Gastgeber hatte nur wenig Mühe drei Punkte einzufahren. 4-1! Beim Ausgleich der Gäste war sogar ein kräftiger Torjubel zu hören, an die 50 Interessierte aus Rosport waren sicherlich da. Die Anweisungen auf dem Spielfeld waren heute in drei Sprachen zu hören: Deutsch, französisch und letzeburgisch. Und da war das Spiel auch schon wieder zu Ende. Abpfiff und über eine kleine Seitenstraße in 10 Minuten ab zum Bahnhof.

Hier stand auch schon die Bahn für die Rückfahrt nach Deutschland bereit. Nach dem einem schwarzfahrenden schwarzen Franzosen mit etwas Kleingeld aus der Patsche geholfen wurde und man dafür einen neuen Satz Batterien für den MP3-Player in die Hand gedrückt bekam hieß für mich der nächste Halt "Karthaus", ein kleiner Ort bei Konz. Zum Glück waren nur 15 Minuten bis zum Umstieg zu überbrücken. Nach einem weiteren Umstieg in Saarbrücken erreichte ich gegen halb zwei Homburg. Tja Homburg, ich hatte es wohl etwas überschätzt, hoffte ich doch hier die Zeit bis zum nächsten Zug um 05:30 gut rumbekommen zu können. Aber hier gab es einfach nichts - keine lebendige Innenstadt, kein offener Bahnhof, nicht mal ein McDoof. Wäre ich doch in Saarbrücken geblieben! Überflüssig zu erwähnen dass sich ein Hotel nun ganz und gar nicht lohnen würde, versuchte ich also das beste daraus zu machen. Irgendwann hatte das Starren auf die Uhr ein Ende und die RegionalBahn nach Kaiserslautern wurde bereit gestellt. Nun noch ein Umstieg in Mannheim und schon erreichte ich Frankfurt, wo erst einmal das nächste Internetcafé aufgesucht wurde.

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