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Genial! Die Stadt! Das
Stadion! Die Heimkurve! Aber eins nach dem anderen... Der Zug rollte um
18:45 im Bahnhof Genova Piazza Principe ein und nur kurze Zeit
später stand ich in den Gassen der Altstadt und reckte meinen Hals
nach oben zu den riesigen prunkvollen Gebäuden, welche einen
umringten. Nach einiger Rumlauferei stieß ich auf eine
Bushaltestelle, von der auch Sonderbusse zum Stadion fahren sollten.
Und kurze Zeit später war er wieder da, der jedes mal spannend
erwartete erste Blick aufs Stadion, diesmal durch die Fensterscheiben
des Busses während der Anfahrt. Nun stand ich vorm Stadio Luigi
Ferraris und nachdem die Eintrittsfrage geklärt wurde, auf der
Tribüne dieses WM-Stadions der Jahre 1934 und 1990. Auch wenn
"überdachter All-Seater" größtenteils den Charme einer
stillosen Kommerz-Arena versprüht, so konnte dieses Stadion damit
durchaus punkten. Alle vier Seiten sind doppelstöckig und werden
nur durch die geschlossenen Ecken unterbrochen. Sehr schön ist die
Nähe zum Spielfeld und die Kompaktheit des 40.000 Zuschauer
fassenden Stadions.
Sampdoria empfing heute mit dem US Palermo eine der
sizilianischen Mannschaften der Seria A. Beim Gastspiel von Palermo in
Catania vor wenigen Wochen kam bekanntlich ein Polizist zu Tode, was
zur Folge hatte dass ein kompletter Spieltag abgesetzt wurde, die
Sicherheitsauflagen in den italienischen Stadien drastisch erhöht
wurden und auch heute noch nicht alle Arenen wieder freigegeben sind.
Heute konnten knapp 200 Leute hinter dem Plexiglas des Gästeblocks
gezählt werden, welche in Hälfte eins hin- und wieder
lautstark zu hören waren. Noch einmal mindestens genauso viel
war im Rest des Stadions verteilt. Tja, und dann war da noch die
Sache mit den Sampdoria-Fans. Die Zaunfahnen waren
eingeklappt. Zwar wurde es nach einer Roten Karte gegen Sampdoria (35.)
ohrenbetäubend laut, da vom ganzen Stadion Pfiffe bei jedem
Ballkontakt der Gäste kamen, doch echten Support gab es nicht!
Doch dann in der Halbzeit begann doch noch die Vorfreude auf das was
noch kommen sollte. Nun wurden "Ultras Tito" und alle anderen
Zaunfahnen gehisst, der Protest sollte ein Ende finden. Mit dem
Wiederanpfiff setzte dann
der
fantastische Support der 'doria-Supporter ein, welcher mir noch
Tagelang in den Ohren liegen sollte. Wunderschöne,
klangvolle und vor allem laute Gesänge waren nun von der
Hintertortribüne zu hören, ausgehend vom dortigen Oberrang.
45 Minuten lang vibrierte es auch auf der Tribüne der Geraden im
Takt der Trommeln. Klasse! Dazu wurden immer wieder die zahlreichen
Fahnen geschwenkt. DAS ist mal eine lebendige Kurve! Echt klasse!
Nebenbei wurde
auch noch Fußball gespielt. In einem guten Spiel gabs ein
gerechtes Unentschieden.
Das Stadion leerte sich und auch ich machte mich langsam und
gemächlich auf den Weg. Der Zug sollte erst um 05:45 Uhr nach
Mailand rollen, also musste noch etwas Zeit totgeschlagen werden. Statt
sich nun für 40 Euro sinnlos die Hucke vollzusaufen (solls ja
geben),
entschied man sich für einen Besuch im McDoof um dann gegen halb
zwei von Genova Brignole (Bahnhof in der Nähe vom Stadion) zum
Piazza Principe zu fahren, da Brignole Nachts schließen sollte
und man nicht unbedingt stundenlang draußen abasseln wollte. Und
da war sie dann:
Eine Bank direkt gegenüber der Polizeiwache im Bahnhof! Ich hab es
tatsächlich geschafft etwas im Sitzen einzunicken und als ich das
erste mal wieder hockblickte, sah ich neben mir eine Oma welche sich in
den Sitz mümmelte und scheinbar ganz gut schlafen konnte. Die
Stunden schlichen dahin und irgendwann war es dann endlich soweit zum
Gleis zu gehen. Ein Ticket konnte ich mir bisher nicht besorgen, da die
Schalter noch nicht geöffnet waren und die Automaten kein Bargeld
nahmen. Also stieg ich so in den Zug und siehe da, nach zwei Stunden
Fahrt lief er im Milano Centrale ein und kein Schaffner wurde gesehen.
So was dummes aber auch, ich musste doch noch nachzahlen!
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