A. C. Pro Sesto
0 - 2
A. C. Monza Brianza 1912
17. März 2007
Samstag, 14:30 Uhr
Serie C1 / Girone A
(3. Liga Italien)
2.700 Zuschauer
(650 Gäste)

Stadio Breda (5.800)
Via XX Settembre 162
20099 Sesto San Giovanni
Italien (Lombardei)
Dank Billigflieger von EasyJet stand ich an diesem Wochenende zum ersten mal auf italienischen Boden. 43 Euro für den Flug Dortmund - Milano Malpensa und zurück, da kann man nicht meckern. Zugegeben, es war mein erster Flug. Die Vorstellung dass das ganze genau wie im Kultfilm "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" abläuft, wurde aber nicht bestätigt. Stattdessen landete der Airbus 319 nach 80 Minuten Flug bei 930 km/h am Freitag Abend ohne besondere Vorkommnisse in Malpensa. Nach weiteren 50 Minuten Busfahrt stand man nun im Mailänder Hauptbahnhof, einem wirklich beeindruckendem Bauwerk. Auf dem Fußweg zum Hostel "Il Postello" konnten erste Eindrücke von Mailand gesammelt werden. Viele kleine Gassen mit Pizzerien und Lokalen durchziehen die Stadt, die Kreisverkehre "Piazzas" sind typisch für Italien und verknüpfen die Straßen miteinander. Das Hostel war nun also in einer kleinen Gasse zu finden und fiel von Außen nur durch die Graffitis auf. Betreten werden konnte es durch den Hinterhof und mit 10 Euro für ein Bett war man dabei, Internet inklusive. Letztlich war ich einziger Gast eines 8-Bett-Zimmers. Nach einigen Schlummerstunden hieß es aufzustehen, denn das erste Spiel stand auf dem Plan. Es waren sonnige 20 Grad, Zuhause hingegen schneite es gerade. Durch die Gassen schlängelte sicher mittlerweile ein großer Markt, welcher Klamotten, CD's, Parfüme, irgendwelche undefinierbare Fischarten und sonstigen Krimskrams zu bieten hatte. So langsam wurde man immer mehr auf dieses Land und diese Leute eingestimmt, welche sich im Laufe der Zeit als sehr nett und hilfsbereit darstellten. In der Stazione Centrale wurde schon ein Bahnticket von Sesto San Giovanni nach Genua gelöst, den beiden Spielorten des heutigen Tages. 20% Rabatt gab es durch die "Carta Viaggio", welche für U26er kostenlos beantragt werden konnte. Bahnfahren in Italien ist aber eh recht günstig, daran sollte sich Merda DB mal ein Beispiel nehmen.

Schon nach 15 Minuten Fahrzeit mit der Trenitalia konnte Sesto San Giovanni, eine 83.000 Einwohner Stadt welche ans nördliche Mailand grenzt, erreicht werden. Hier sollte es heute zum Lokalderby in der dritten Profiliga zwischen dem heimischen AC Pro Sesto und dem Team aus der Nachbarstadt Monza kommen. 30 Minuten Fußweg waren es zum Stadion, da aber noch genug Zeit blieb konnte man in einem nahgelegenen Park noch die pralle Sonne genießen. Das Stadion Comunale Breda entpuppte sich als kleines All-Seater-Stadion, welches über eine Haupttribüne mit einem lichtdurchlässigem, gewelltem Dach, einer unüberdachten Hintertortribüne und einer ebenfalls unüberdachten Gegentribüne verfügt. Eine Seite des Stadion bleibt völlig ohne Ausbau und dient lediglich zum Aufwärmen der Spieler. 2.800 Zuschauer wollten sich das Derby nicht entgehen lassen und sahen einen gerechten Sieg der um den Aufstieg spielenden Gäste. Der Großteil der Gästefans fand sich im Gästebereich der Gegentribüne ein, aber auch auf den Tribünen war eine dreistellige Zahl aufgrund des Torjubels zu erkennen. Besonders mein Sitznachbar gestikulierte immer wieder wild rum und fieberte mit seinen 1912ern mit. Von den Gästefans waren hin und wieder laute Anfeuerungsrufe zu hören, echte Melodien wurden einem allerdings nicht geboten. Trotzdem hübsch anzusehen und zu hören wie sie so richtig mitgingen und Aktionen mit Pfiffen oder Beifällen huldigten. "Ultras non siamo criminali" prangerte während der ersten Hälfte vor dem Heimblock hinter dem Tor, welcher akustisch nicht sehr viel hergab. Ganz klar: Protest! Na toll! Doch in hälfte zwei änderte sich das Bild überraschend. "Difendiamo i nostri colori" (Wir verteidigen unsere Farben) hieß es nun und es wurde eine hübsche Choreo in Form einer Burgmauer mit den dahinter befindlichen blauen und weißen Farben geboten. Plötzlich gab es auch feinste melodische Gesänge von knapp 100 Tifosis, teilweise optisch unterstützt durch Schwenkfahnen. Na es geht doch... Der Abpfiff konnte nicht mehr erlebt werden, da sonst das Spiel bei Sampdoria in Gefahr gewesen wäre. Aber auch so war es ein lohnender Spielbesuch.

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