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Dank Billigflieger von
EasyJet stand ich an diesem Wochenende zum ersten mal auf italienischen
Boden. 43 Euro für den Flug Dortmund - Milano
Malpensa und zurück, da kann man nicht meckern. Zugegeben, es war
mein erster Flug. Die Vorstellung dass das ganze genau wie im Kultfilm
"Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug"
abläuft, wurde aber nicht bestätigt. Stattdessen landete der
Airbus 319 nach 80 Minuten Flug bei 930 km/h am Freitag Abend ohne
besondere Vorkommnisse in Malpensa. Nach weiteren 50 Minuten Busfahrt
stand man nun im Mailänder
Hauptbahnhof, einem wirklich beeindruckendem Bauwerk. Auf dem
Fußweg zum Hostel "Il Postello" konnten erste Eindrücke von
Mailand gesammelt werden. Viele kleine Gassen mit Pizzerien und Lokalen
durchziehen die Stadt, die Kreisverkehre "Piazzas" sind typisch
für Italien und
verknüpfen die Straßen miteinander. Das Hostel war nun also
in einer kleinen Gasse zu finden und fiel von Außen nur durch die
Graffitis auf. Betreten werden konnte es durch den Hinterhof und mit 10
Euro für ein Bett war man dabei, Internet inklusive. Letztlich war
ich einziger Gast eines 8-Bett-Zimmers. Nach einigen Schlummerstunden
hieß es aufzustehen, denn das erste Spiel stand auf dem Plan. Es
waren sonnige 20 Grad, Zuhause hingegen schneite es gerade. Durch die
Gassen schlängelte sicher mittlerweile ein großer Markt,
welcher Klamotten, CD's, Parfüme, irgendwelche undefinierbare
Fischarten und sonstigen Krimskrams zu bieten hatte. So langsam wurde
man immer mehr auf dieses Land und diese Leute eingestimmt, welche sich
im Laufe der Zeit als sehr nett und hilfsbereit darstellten. In der
Stazione Centrale wurde schon ein Bahnticket von Sesto San Giovanni
nach Genua gelöst, den beiden Spielorten des heutigen Tages.
20% Rabatt gab es durch die "Carta Viaggio", welche für U26er
kostenlos beantragt werden konnte. Bahnfahren in Italien ist aber eh
recht günstig, daran sollte sich Merda DB mal ein Beispiel nehmen.
Schon nach 15 Minuten Fahrzeit mit der Trenitalia konnte Sesto San
Giovanni,
eine 83.000 Einwohner Stadt welche ans nördliche Mailand grenzt,
erreicht werden. Hier sollte es heute zum Lokalderby in der dritten
Profiliga zwischen dem heimischen AC Pro Sesto und dem Team aus der
Nachbarstadt Monza kommen. 30 Minuten Fußweg waren es zum
Stadion, da aber noch genug Zeit blieb konnte man in einem nahgelegenen
Park noch die pralle Sonne genießen. Das Stadion Comunale Breda
entpuppte sich als kleines All-Seater-Stadion, welches über eine
Haupttribüne mit einem lichtdurchlässigem, gewelltem Dach,
einer unüberdachten Hintertortribüne und einer ebenfalls
unüberdachten Gegentribüne verfügt. Eine Seite des
Stadion bleibt völlig ohne Ausbau und dient lediglich zum
Aufwärmen der Spieler. 2.800 Zuschauer wollten sich das Derby
nicht entgehen lassen und sahen einen gerechten Sieg der um den
Aufstieg spielenden Gäste.
Der Großteil der Gästefans fand sich im Gästebereich
der Gegentribüne ein, aber auch auf den Tribünen war eine
dreistellige Zahl aufgrund des Torjubels zu erkennen. Besonders mein
Sitznachbar gestikulierte immer wieder wild rum und fieberte mit seinen
1912ern mit. Von den Gästefans waren hin und wieder laute
Anfeuerungsrufe zu hören, echte Melodien wurden einem allerdings
nicht geboten. Trotzdem hübsch anzusehen und zu hören wie sie
so richtig mitgingen und Aktionen mit Pfiffen oder Beifällen
huldigten. "Ultras non
siamo criminali" prangerte während der ersten Hälfte vor dem
Heimblock hinter dem Tor, welcher akustisch nicht sehr viel hergab.
Ganz klar: Protest! Na toll! Doch in
hälfte zwei änderte sich das Bild überraschend.
"Difendiamo i nostri colori" (Wir verteidigen unsere Farben) hieß
es nun und es wurde eine hübsche Choreo in Form einer Burgmauer
mit den dahinter befindlichen blauen und weißen Farben geboten.
Plötzlich gab es auch feinste melodische Gesänge von knapp
100 Tifosis, teilweise optisch unterstützt durch Schwenkfahnen. Na
es geht doch... Der Abpfiff konnte nicht mehr erlebt werden, da sonst
das Spiel bei
Sampdoria in Gefahr gewesen wäre. Aber auch so war es ein
lohnender Spielbesuch.
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