Dank
eines
günstig erstandenen Niedersachsentickets bei einem
Online-Auktionshaus mit vier Buchstaben hatte man heute freie Auswahl
im heimischen Bundesland. Die Wahl fiel auf Hildesheim, wo kein
geringerer als der VfB Oldenburg zu Gast sein sollte. Da man früh
eintraf konnten die 3,5 km vom Hauptbahnhof zum Stadion via Innenstadt
(schick) zu Fuß zurückgelegt werden. Der Bahnhof Hildesheim
Ost liegt dem Stadion zwar näher, hat aber wesentlich schlechtere
Verbindungen zu bieten. Eine Busstation wäre auch vorhanden
gewesen. Der Einlass gestaltete sich übrigens recht penibel mit
Taschenkontrolle, was ja auch nicht unbedingt Standard in der
Verbandsliga ist. Mag aber auch an den erhöhten
Sicherheitsvorkehrungen gelegen haben.
Das
Friedrich-Ebert-Stadion an der Pottkuhle verfügt über
eine sehr anschauliche Holztribüne Anno 1930 mit aktuell 646
Sitzplätzen in Form von Plastikschalen. Während der Rest der
Hauptgeraden und die Kurven durch einige Stehstufen ausgebaut sind,
verfügt die Gegengerade gleich über bis zu 16 Stufen. Auch
eine digitale Anzeigetafel ist vorhanden. Der Zuschauerrekord von
26.000 Zuschauern wurde 1961 im Oberligaspiel (damals erstklassig)
gegen den Hamburger SV aufgestellt, damals wurden die Hanseaten mit 3-0
nach Hause geschickt. Insgesamt spielte man 6 Jahre in der ehemaligen
Oberliga Nord (1958-63). 1962/63 kickte man gar im UEFA Intertoto-Cup.
Das alles unter der Bezeichnung VfV Hildesheim. Im Jahr 2003 gab es
eine Fusion mit dem SV Borussia 06, so dass ein neuer
Vereinsname entstand. Der Gast aus Oldenburg spielte ja Bekannter Weise
in den 80ern und 90ern für wenige Jahre in der 2. Bundesliga.
Zuletzt musste man nach der Oberliga-Reform im Jahr 2004 absteigen.
Die Gäste aus Oldenburg
gingen nach 18 Minuten in
Führung. Anfang der zweiten Hälfte verschossen sie einen
Foulelfmeter, erhöhten kurz danach aber trotzdem verdient zum 0-2.
Dem 0-3 folgte ein zweiter Foulelfmeter für die Gäste,
welcher diesmal verwandelt werden konnte. 0-4! Völlig verdienter
Auswärtserfolg! Die "Tante Hilde", wie es im Volksmund
heißt, wurde nie richtig gefährlich. Die Gästefans
standen heute größtenteils auf der Gegengerade. Immer mal
wieder gab es Support von 10 bis maximal 25 Oldenburgern. Für
Verbandsliga-Verhältnisse okay, auch wenn ich mir doch etwas mehr
vorgestellt habe. Heimfans
konnten bis auf einige
Schalträger nicht ausgemacht werden. Richtig nervig wurden die
Plastik-Drehangeln, welche kostenlos verteilt und speziell von den Hildesheimern aus den Geburtsjahren 1998 bis 2002 immer wieder gerne genutzt wurden.
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