VfL Germania Leer
2 - 0 SV Concordia Ihrhove
8. Oktober 2006
Sonntag, 18:00 Uhr
Bezirksoberliga Weser-Ems
(6. Liga)

1.200 Zuschauer
(200 Gäste)

Hoheellernstadion (5.000)
Hoheellernweg
26789 Leer
Niedersachsen
Während Germania Leer sich mit Ende der vergangenen Saison aus der Verbandsliga verabschieden musste, ging es für den Lokal-Rivalen aus Westeroverledingen-Ihrhove (8 km zum Hoheellernweg) eine Klasse höher. Somit stand dem 5. Punktspielderby der beiden Clubs (die ersten gab es 1994-96 in der Verbandsliga) nichts mehr im Wege. Ihrhove spielte 2003/04 noch in der Oberliga Niedersachsen/Bremen, musste dann allerdings in die Insolvenz gehen und in der Bezirksklasse (8. Liga) neu anfangen. Allerdings wurde man zwei mal hintereinander Meister, so dass man nun wieder in der 6. Liga spielt. 1.200 Zuschauer boten für ein Spiel dieser Spielklasse eine durchaus beachtliche Kulisse. Viel mehr als 200 Gäste dürften es allerdings nicht gewesen sein, auch wenn es am fehlenden Torjubel nur schwer zu erkennen war.

Im Spiel trat ein sehr filigraner Spieler aus Togo in Erscheinung. Sein Name: Sherif Touré (24). Einst stand er im Kader von Hannover 96, absolvierte dort drei Zweitligaspiele. Dann wechselte er nach Ihrhove in die Oberliga, trotz des Zwangsabstiegs in die Bezirksklasse blieb er dem Verein treu. Als Bezirksligaspieler nahm er in diesem Jahr an der Afrikameisterschaft teil. Nur knapp verfehlte der Nationalspieler den WM-Kader 2006. Natürlich zog das einiges an Medieninteresse nach sich. Im Sommer verließ er dann den Verein, war zunächst Vereinslos. Heute bestritt er sein erstes Spiel für Germania Leer. Trotz einige Ballkunststücke von ihm blieb die erste Hälfte blaß und es gab auf beiden Seiten kaum Torchancen. Erst nach 70 Minuten fiel der erste Treffer, 15 Minuten später sorgte Sherif Touré für den 2-0 Endstand.

Germania Leer verfügt über eine Fanszene, wie man sie in der 6. Liga sonst nur selten findet. Zum Spielbeginn wurden vier Doppelhalter mit den Buchstaben "LEEA" präsentiert. Während des Spiels gab es dann teilweise recht eingängigen akustischen Support. Besonders die "Schießt ein Tor"-Gesänge, welche öfters wiederholt wurden und schon mal 5-10 Minuten dauerten, konnten gefallen (auch wenn sich nur ein paar Fans daran beteidigten). Auf der Hintertorseite wurden zu Beginn der zweiten Hälfte sechs Bengalen präsentiert, welche durch ein kleines Plakat mit der Aufschrift "Nur der VfL" untermalt wurden. Der Einsatz von Bengalen wird in Leer scheinbar nicht nur geduldet, sondern selbst von der Vereinsführung gewollt zu sein. Sehr sympatisch! Von den Gästen hörte man nur selten Anfeuerungen. Immerhin gab es 1-2 Doppelhalter sowie eine kleine Schwenkfahne sowie Zaunfahnen zu sehen. Zu Spielbeginn wurden zahlreiche weiße Papierschnipsel in die Luft geworfen. Das Stadion am Hoheellernweg (oder neumodisch Hoheellern-Arena) verfügt auf einer Seite über bis zu zehn breite Stufen, die Gegengerade muss hingegen mit zwei Stufen auskommen. Überdachte Plätze sind nicht vorhanden. Alles in Einem in netter Ausflug "in den Norden". Dank Emsland-Express war man ohne Umstieg nach knapp einer Stunde wieder in EL-City.



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