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Derby! Erst seit einigen Tagen war klar
dass wir in den Genuss dieses Spitzenspiels (erster gegen zweiter)
kommen sollten. Zunächst wurde der Spieltag vor- und dann wieder
zurückgelegt. Und dann bekam Dinamo aufgrund von Ausschreitungen
auch noch eine Zuschauersperre. Ein Protest des Vereins war
erfolgreich, also waren heute zum Glück doch Zuschauer zugelassen.
Micha besorgte mir zwei Tage zuvor noch ein Gegengeraden-Ticket
für 15 Lei (4,30 EUR), so das dem Spaß nun also nichts mehr
im Wege stand. Am Eingang vier Kontrollen und ab ins Stadion an der Sos. Ştefan cel Mare,
einer All-Seater-Schüssel mit breiter Laufbahn aber ohne
Tribünendächern. In einem kämpferischen Match ging
Dinamo nach 38 Minuten in Führung. Steaua spielte inzwischen nur
noch zu Zehnt und auch Dinamo verlor kurz vor der Halbzeit total
unnötig einen Spieler durch eine Rote Karte. Der Ausgleich der
Gäste fiel erst in der Nachspielzeit! 2.000 Karten für das
heutige Spiel gingen an Steaua, dem großen Rivalen von Dinamo.
Schon vor dem Spiel gab es Spruchbänder zwischen den beiden
Fangruppen, wobei Steaua wohl gut spioniert hat, schließlich fand
man gleich zwei mal eine sofortige Antwort. Die Steaua-Anhänger
brachten es auf eine recht gute Lautstärke, kamen aber nicht an
die Rapid-Fans von Donnerstag heran. Richtig gefallen konnten die
heimischen Anhänger im Fanblock, welche akkustisch ebenfalls stark
auftrumpften. Sehr beachtlich war die Choreographie. Die Dinamo-Kurve
verwandelte sich innerhalb von maximal drei Sekunden komplett
geschlossen
in ein Bild mit der Nationalflagge und der Jahreszahl 1995, welches
dadurch entstand dass sich alle Blitzschnell T-Shirts und Caps
überstreiften. Sah sehr imposant, gar sensationell aus! Das Bild
blieb die gesamte
erste Halbzeit. Die Gäste hielten grüne Papptafeln hoch und
zeigten eine Blockfahne. Gut erkennen konnte man sie leider nicht. Dazu
gabs dann noch zwei Bengalen, die dann auf die Laufbahn flogen. Von
beiden Seiten gabs zudem noch
zahlreiche Schwenkfahnen, Doppelhalter und natürlich Zaunfahnen. Alles in Einem sehr ansprechend!
Gegen
22:20 pfiff der Schiri ab und für Jörg und mich hieß es
nun die Beine in die Hand zu nehmen, denn um 22:50 sollte unser
Nachtzug abfahren. Fix zur Metro-Station, 10 Minuten Fahrt, rauf zum
Bahnhof, Rucksack bei der 24-Stunden-Gepäckabgabe abgeholt und
rein in den Zug. Jawohl, wir lagen noch gut in der Zeit! Während
es für Jörg nach Frankfurt ging, wo am Dienstag seine Arminia
im Pokal spielte, ging es für mich in knapp 40 Stunden nach Hause.
Nach Umstiegen in Cluj-Napoca, Budapest, Wien, Hamburg, Bremen,
Osnabrück und Rheine erreichte ich Dienstagnachmittag die Heimat.
Na was soll ich denn hier?!? Ich wäre am liebsten noch länger
geblieben! 13 Tage - 15 Spiele - 4 Länderpunkte - 6.900 Kilometer!
Balkan, du siehst mich wieder!
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