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Heute war ausschlafen angesagt!
Gegen
Mittag ging es zum Gara de Nord, wo man noch kurz den Nobelhopper und
Non League-Jens traf. Die hatten aber andere Pläne. Jörg, Max
und ich zwängten uns in einen Regionalzug um in 90 Minuten die 60
km nach Ploiesti zurückzulegen, wo heute einer der Drittligakicks
stattfinden sollte. Während der Fahrt ging irgendwann eine
Zigeunerin durch den Zug um ihr Körnerfutter zu verkaufen. Ein
Kerl mit Piercings und grell gefärbten Haaren griff einfach mal in
den Sack und bediente sich, tat dabei die alte als bedeutungslose
Zigeunerin ab. Die alte fing dann an den Typen anzufauchen und meinte
dass er doch selbst ein Zigeuner sei. Wir konnten uns das grinsen kaum
verkneifen! Am Bahnhof Ploiesti Vest
angekommen organisierten wir uns erstmal ein Taxi zum Ground, welcher
abgelegen in einem Kaff namens Strejnic liegt. Da hier nun wirklich
Tote Hose war, gaben wir dem Taxifahrer ein kleines Trinkgeld und
sagten ihm dass er um 19 Uhr wieder da sein solle. Wir vertrieben uns
die Zeit bis zum Anstoß in der Dorfkneipe, nahe des Stadions. Man
stelle sich knapp 12 alte Rumänen mit Hut vor, die in einem
trostlosen mit Gartenstühlen bestücktem Raum mit kleiner
Theke sitzen und Wodka aus Wassergläsern trinken während
draußen Pferdekutschen auf der ungepflasterten Straße
vorbei fahren. Ja das ist Strejnic! Pünktlich enterten wir dann
bei freiem Eintritt das Stadion. "Conpet" ist der Großsponsor des
Vereins. Solche Clubs scheinen in Rumänien wohl groß in Mode
zu sein. Der Platz verfügt über eine mit Sitzschalen
ausgestattete Tribüne und sonst garnichts, außer vielleicht
einem weitem Feld mit Schafen und heute einem Pferdewagen-Kutscher als
Zaungast. Eine Überdachung hat die Tribüne nicht, schaut aber
ganz so aus als sollte hier mal eine gebaut werden. Knapp 100 Zuschauer
fanden
sich ein, darunter auch die Mannschaft des Zweitligisten Astra
Ploiesti. Wir kamen mit einem ihrer Spieler ins Gespräch, welcher
mal bei den Dortmundern Amateuren in der Regionalliga gespielt hat. Gut
zu sprechen war er auf Deutschland irgendwie nicht "Scheiße
Deutschland". Das Spiel war wie zu erwarten grottig, es war regnerisch
und arschkalt! Aber um 19 Uhr sollte unser Taxi ja kommen! 19:05!
19:10! Na gut, vielleicht auch nicht! Da standen wir nun also, mitten
in der Wallachei (gelogen, es war eher im Osten der Wallachei)! Da uns
eh nichts anderes übrig blieb entschlossen wir uns zu einem
Fußmarsch zum Bahnhof. War dann gar nicht so weit wie man es sich
ausgemalt hatte, nach knapp 30 Minuten erreichten wir schon das Ziel.
Noch ein wenig Groundspotting
beim Astra-Stadion und es ging ab in den nächstbesten Zug nach
Bukarest! Es war dann ein reservierungspflichtiger, aber hochmoderner
"Rapid-Zug". Natürlich hatten wir keine, bzw. Max die falsche
Reservierung. Aber der Schaffner konnte nach ner kleinen Unterredung
abgeschüttelt werden und nach nur 45 Minuten waren wir wieder in
der Hauptstadt. Der Abend wurde nun noch recht lustig. Im Hostel
checkten recht heisse Spanierinnen ein und unser polnischer Bettnachbar
spendierte eine Runde Wodka. Den Rest des Abends verbrachte die
Hostel-Runde (leider ohne Spanierinnen) in einer netten Jazz-Bar.
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