|
Jawohl, da war sie endlich: DIE
BALKAN-TOUR! Mit vollgepacktem Rucksack führte mich mein Weg per
Regionalzug zunächst in die Landeshauptstadt
Hannover, wo um 22:26 der Nachtzug gen Wien starten sollte. Unterwegs
wurde noch Jörg/Bünde aufgegabelt, damit war die
Tour-Besatzung
auch schon vollständig. 39 € kostete die Fahrt im 6er
Liegewagen-Abteil des EN-Zuges "Hans Albers". Die Schaffnerin fragte
dann auch schon gleich ob man denn am nächsten morgen Gratis Tee
oder
Kaffee wolle. Das ließen sich Jörg, ich, ein knapp
50-jähriger Ösi und sein Zulaberer alá "Ich fahre
einfach nur so Bahn. Den Straßenbahnfahrern sage ich sie sollen
sich nicht wundern wenn ich zur Endhaltestelle fahre, sitzen bleibe und
wieder zurückfahre." nicht zwei mal sagen. Der gute Mann
erwähnte
auch nur gut 10 mal dass es ja sein Hobby wäre. Soso! Interessant!
In der Nacht bekam ich irgendwie kein Auge zu, so war ich froh eine
Stunde vor Wien den versprochenen Tee mit zwei Brötchen zu
bekommen. Es war kurz nach neun als wir den Wiener Westbahnhof
erreichten. Unsere Neugier wie denn das Hinspiel im Bukarester UEFA-Cup
Derby am gestrigen abend ausging war groß, so dass als
allererstes der Bahnhofskiosk gestürmt wurde und die Gazetten nach
dem Ergebnis abgesucht wurden. Immerhin sollte es im Rückspiel,
welches wir in sechs Tagen schauen wollten, noch spannend bleiben. Nun
brauchten wir noch ein Bahnticket für die Weiterfahrt nach Ungarn.
Für die Strecke bis zum ersten ungarischen Bahnhof "Hegyeshalom"
wurde das EURegio Special Ungarn gelöst, welches für die Hin-
und Rückfahrt (allerdings im Zeitraum von vier Tagen) mit 9 € zu
Buche schlägt. Für Ungarn hatte
man ja das Euro Domino Ticket (3 Tage, 41 €). Nach ereignisloser Fahrt
erreichten wir Budapest Keleti pu., dem internationalen Bahnhof der
Stadt. Fix in einer Bank Geld getauscht (für 1 € gab es knapp 255
Ungarische Forint), galt es nun 7 Metrostationen bis zum Bahnhof deli
pu. zurückzulegen (130 HUF - 0,50 €), von wo es mit einem
Regionalzug nach Székesfehérvár gehen sollte. Für
uns reichte es bei der knapp 85-minütigen Fahrt nur
für ein Fußbodenplatz zwischen den Abteilen. Hier gab es
einen ganz interessanten Brauch zu beobachten: Einfach ein paar Minuten
vor Bahnhofseinfahrt die Tür aufmachen, sich schon mal
auf ne Stufe stellen und kurz vorm Halt runterspringen! Und wenn man
Lust hat genießt man die Fahrt halt bei offener Tür,
niemanden interessierts!
Zur
Überraschung wurde Székesfehérvár
sogar überpünktlich erreicht. Nach 1.500 Metern
Fußmarsch erreichten wir das Stadion des heimischen Erstligisten.
Tja, was tun mit der Zeit - war noch lange hin bis Spielbeginn. Wir
fanden eine kleine Kneipe in Stadionnähe (halber Liter Bier knapp
0,75 €) in der wir es uns bequem machten, bevor es dann irgendwann doch
mal rüber zum Stadion ging. Nix dolles was einem hier erwartete,
nämlich ein Leichtathletikstadion mit ner Menge Sitzschalen,
unterbrochen durch vier Stehplatzblöcken.
Einzigst überdacht ist die Haupttribüne. Dazu noch ne
Anzeigetafel und fertig ist die Kiste! Féhervár spielt
zur Zeit eine ganz gute Saison, ist zweiter. Der Gast aus dem 65 km
entfernten Budapest hingegen ist vor dem Spiel Zweitletzter. Das Spiel
war über weite Teile jedoch recht ausgeglichen. Nach 70 Minuten
schoss der Gast den 2-1 Anschlusstreffer, ehe die heimische Mannschaft
kurz vor Spielende den Sack zumachen konnte und das 3-1 einschenkte.
Stimmung? Nuja, im mit 150 Mann gefüllten Heimblock gabs etwas
Sing-Sang der Red-Blue Devils und Co. Von den 15 Leuten im
Gästeblock machten vielleicht 10 sowas ähnliches wie Support.
Gesamtfazit: Geht so bis langweilig!
Schneller
als der Schiri pfeifen konnte waren wir auch schon wieder am
Bahnhof von Székesfehérvár
um mit einem Regionalzug zurück nach Budapest zu fahren.
Schließlich musste man ja unbedingt den 23:25-Anschlusszug
von Budapest nach Belgrad bekommen. Ganze 3 Waggons hatte dieser D-Zug
zu bieten, darunter 2 Liegewagen. Der dritte Wagen bestand
größtenteils aus 1. Klasse Abteilen. Aber man ist ja nicht
Krösus ;-) Die Sitzwagen der 2. Klasse sollten genügen.
Letztlich waren es 9 Deutsche Hopper, welche diese Verbindung in
Anspruch nehmen wollten (neben Jörg und mir noch Babelsberger,
Kaiserslauterer und ein Dortmunder). An Schlaf war da nich viel zu
denken.
Da wir ja lediglich mit einem Euro Domino Ungarn ausgestattet waren,
brauchten wir noch ein Ticket von der Grenze bis nach Belgrad. Die 7,50
€ beim Nachlösen im Zug gingen okay, obwohl einige der Gesellen es
schafften im Grenzbahnhof Sobotica auszusteigen um sich ein 4,50
€-Ticket am Schalter zu besorgen.
|