Videoton FC Fehérvár
3 - 1
Rákospalotai EAC
31. März 2006
Freitag, 19:00 Uhr

Borsodi Liga
(1. Liga Ungarn)

2.000 Zuschauer
(15 Gäste)

Sóstói Stadion (19.000)
Csíkvári út 10
8000 Székesfehérvár
Ungarn (Fejer)
Jawohl, da war sie endlich: DIE BALKAN-TOUR! Mit vollgepacktem Rucksack führte mich mein Weg per Regionalzug zunächst in die Landeshauptstadt Hannover, wo um 22:26 der Nachtzug gen Wien starten sollte. Unterwegs wurde noch Jörg/Bünde aufgegabelt, damit war die Tour-Besatzung auch schon vollständig. 39 € kostete die Fahrt im 6er Liegewagen-Abteil des EN-Zuges "Hans Albers". Die Schaffnerin fragte dann auch schon gleich ob man denn am nächsten morgen Gratis Tee oder Kaffee wolle. Das ließen sich Jörg, ich, ein knapp 50-jähriger Ösi und sein Zulaberer alá "Ich fahre einfach nur so Bahn. Den Straßenbahnfahrern sage ich sie sollen sich nicht wundern wenn ich zur Endhaltestelle fahre, sitzen bleibe und wieder zurückfahre." nicht zwei mal sagen. Der gute Mann erwähnte auch nur gut 10 mal dass es ja sein Hobby wäre. Soso! Interessant! In der Nacht bekam ich irgendwie kein Auge zu, so war ich froh eine Stunde vor Wien den versprochenen Tee mit zwei Brötchen zu bekommen. Es war kurz nach neun als wir den Wiener Westbahnhof erreichten. Unsere Neugier wie denn das Hinspiel im Bukarester UEFA-Cup Derby am gestrigen abend ausging war groß, so dass als allererstes der Bahnhofskiosk gestürmt wurde und die Gazetten nach dem Ergebnis abgesucht wurden. Immerhin sollte es im Rückspiel, welches wir in sechs Tagen schauen wollten, noch spannend bleiben. Nun brauchten wir noch ein Bahnticket für die Weiterfahrt nach Ungarn. Für die Strecke bis zum ersten ungarischen Bahnhof "Hegyeshalom" wurde das EURegio Special Ungarn gelöst, welches für die Hin- und Rückfahrt (allerdings im Zeitraum von vier Tagen) mit 9 € zu Buche schlägt. Für Ungarn hatte man ja das Euro Domino Ticket (3 Tage, 41 €). Nach ereignisloser Fahrt erreichten wir Budapest Keleti pu., dem internationalen Bahnhof der Stadt. Fix in einer Bank Geld getauscht (für 1 € gab es knapp 255 Ungarische Forint), galt es nun 7 Metrostationen bis zum Bahnhof deli pu. zurückzulegen (130 HUF - 0,50 €), von wo es mit einem Regionalzug nach Székesfehérvár gehen sollte. Für uns reichte es bei der knapp 85-minütigen Fahrt nur für ein Fußbodenplatz zwischen den Abteilen. Hier gab es einen ganz interessanten Brauch zu beobachten: Einfach ein paar Minuten vor Bahnhofseinfahrt die Tür aufmachen, sich schon mal auf ne Stufe stellen und kurz vorm Halt runterspringen! Und wenn man Lust hat genießt man die Fahrt halt bei offener Tür, niemanden interessierts!

Zur Überraschung wurde Székesfehérvár sogar überpünktlich erreicht. Nach 1.500 Metern Fußmarsch erreichten wir das Stadion des heimischen Erstligisten. Tja, was tun mit der Zeit - war noch lange hin bis Spielbeginn. Wir fanden eine kleine Kneipe in Stadionnähe (halber Liter Bier knapp 0,75 €) in der wir es uns bequem machten, bevor es dann irgendwann doch mal rüber zum Stadion ging. Nix dolles was einem hier erwartete, nämlich ein Leichtathletikstadion mit ner Menge Sitzschalen, unterbrochen durch vier Stehplatzblöcken. Einzigst überdacht ist die Haupttribüne. Dazu noch ne Anzeigetafel und fertig ist die Kiste! Féhervár spielt zur Zeit eine ganz gute Saison, ist zweiter. Der Gast aus dem 65 km entfernten Budapest hingegen ist vor dem Spiel Zweitletzter. Das Spiel war über weite Teile jedoch recht ausgeglichen. Nach 70 Minuten schoss der Gast den 2-1 Anschlusstreffer, ehe die heimische Mannschaft kurz vor Spielende den Sack zumachen konnte und das 3-1 einschenkte. Stimmung? Nuja, im mit 150 Mann gefüllten Heimblock gabs etwas Sing-Sang der Red-Blue Devils und Co. Von den 15 Leuten im Gästeblock machten vielleicht 10 sowas ähnliches wie Support. Gesamtfazit: Geht so bis langweilig!

Schneller als der Schiri pfeifen konnte waren wir auch schon wieder am Bahnhof von Székesfehérvár um mit einem Regionalzug zurück nach Budapest zu fahren. Schließlich musste man ja unbedingt den 23:25-Anschlusszug von Budapest nach Belgrad bekommen. Ganze 3 Waggons hatte dieser D-Zug zu bieten, darunter 2 Liegewagen. Der dritte Wagen bestand größtenteils aus 1. Klasse Abteilen. Aber man ist ja nicht Krösus ;-) Die Sitzwagen der 2. Klasse sollten genügen. Letztlich waren es 9 Deutsche Hopper, welche diese Verbindung in Anspruch nehmen wollten (neben Jörg und mir noch Babelsberger, Kaiserslauterer und ein Dortmunder). An Schlaf war da nich viel zu denken. Da wir ja lediglich mit einem Euro Domino Ungarn ausgestattet waren, brauchten wir noch ein Ticket von der Grenze bis nach Belgrad. Die 7,50 € beim Nachlösen im Zug gingen okay, obwohl einige der Gesellen es schafften im Grenzbahnhof Sobotica auszusteigen um sich ein 4,50 €-Ticket am Schalter zu besorgen.


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